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Werte

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Als Wert eines Gegenstandes (Sache, Lebewesen, Gedanke) kommt das Verhältnis der nach einem auf ihn anwendbaren Katalog messbarer Eigenschaften oder Verhältnisse ermittelten Übereinstimmungen und Widersprüchen dieses Gegenstandes mit den Kriterien dieses Katalogs in Betracht.

Selbst mit Bezug auf die einfachsten Sachen kann ein so bestimmter Wert aber nur für einzelne ihrer Merkmale ermittelt werden, für Wasser etwa durch Messung von Volumen und Temperatur. Das gilt erst recht für komplizierte Gegenstände. Nur die Eigenschaften etwa gedachter Grundform (geometrische Figur, mathematische Gleichung) oder eines Maßstabes selbst lassen eine vollkommene Bewertung zu (zum Beispiel: Die Winkelsumme eines Dreiecks beträgt 180°, der Wert von 3 cm eines Zentimetermaßstabes ist 3 [cm]). Im übrigen könnte auf diese Weise der Wert von Gegenständen praktischer Bedeutung vollständig nur durch separat-kumulative Beschreibung des Ergebnisses der Anwendung je eines geeigneten Maßstabes auf jedes seiner Merkmale ermittelt werden, was praktisch unmöglich und offensichtlich sinnlos ist. Eine sinnvolle Bewertung bedarf einer Beschränkung der Messung auf ein überschaubares Bündel von Merkmalen eines Gegenstandes an Hand eines überschaubarer Kriterien-Katalogs.

Alle Werte sind von Menschen zugewiesen oder wenigstens verlautbart. Ihr Inhalt ergibt sich zum Teil zwangsläufig aus der Natur, im übrigen mehr oder weniger zwingend aus irrtumsabhängiger menschlicher Überlegung. Erhebliche Unterschiede bestehen sich zwischen der rationellen, eher ein Sein beschreibenden und einer normativen Bewertung an Hand eines Sollens-Maßstabes.

1. Rationelle, seinsmäßige, eher beschreibende Bewertung betrifft etwa die Beschaffenheit, den Zustand, den Ort, die Ausdehnung, die Menge, das Gewicht, die Temperatur, das Verhalten, etwa die Geschwindigkeit und Richtung eines Gegenstandes in Raum und Zeit, auch etwa Faktoren der Gesundheit von Lebewesen. Das ist die Methode der Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, Medizin) und ihrer praktischen Anwendung, der Technik. Dem Ausdruck ihrer Werte dienen oft skalierte Zahlen oder Zeichen, ihre Verhältnisse können bereichsweise sinnvoll mathematisch "bewertet" werden. Ähnlich verhält es sich mit den nicht normativen Aspekten der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (Mathematik, Erkenntnistheorie, Bedeutungslehre, Sprachwissenschaft, Soziologie, Staatslehre) wenn sie etwa das Verhalten oder Denken mit einem Katalog von Kriterien vergleichen. Die Bewertung konzentriert sich sinnvollerweise auf bestimmte Gruppen von Merkmalen.

a) Hauptsächlich Erkenntnis- und Kommunikationswert haben seinsmäßige Unterscheidungen wie etwa nach der Stärke von Erdbeben, nach dem Ozongehalt der Luft, der von einer Quelle ausgehenden Lichtstärke oder Schallmenge, aber auch etwa der Lernfähigkeit oder des Wissensstandes eines Menschen an Hand einer Wertskala.

b) Bewertungen erfolgen auch unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit für einen bestimmten Zweck wie diejenige des Heizwerts von Kohle, der Tragfähigkeit einer Brücke

c) Wirtschaftliche Bewertung betreffen die Art, Menge und Qualität von Gütern oder Leistungen, die mittels einer bestimmten Arbeit geschaffen, gegen eine bestimmte Art, Menge und Qualität anderer Güter oder Leistungen getauscht oder auf andere Weise erworben werden können.

2. Als Wert in einem normativen Sinn wird das Maß bezeichnet, in dem die Beschaffenheit, der Zustand oder das Verhalten eines Gegenstand (Sache, Lebewesen, Gedanke) oder eines seiner Merkmale den Sollens-Anforderungen einer rationalen oder irrationalen Ethik, Soziallehre, Religion, Ideologie oder oder politischer Konzepte entspricht oder widerspricht und dementsprechend als gut oder schlecht (böse), korrekt oder inkorrekt befürwortet oder verworfen wird. Diese Bewertung ist weniger messender als wägender Art. Auch ästhetische Maßstäbe und Werte sind dem normativen Bereich zuzordnen.

Da Werte und Maßgaben von Menschen mehr oder weniger einhellig nach Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit, aber auch kontrovers aus allen möglichen guten oder schlechten (bösen) Motiven bestimmt, zugewiesen oder verlautbart werden können, entstehen über ihre Gültigkeit eher im normativen als im beschreibenden Bereich und hier besonders dann, wenn gegensätzliche lebenswichtige Interessen aufeinander treffen erhebliche Konflikte. Besonders heftige Gegensätze entzünden sich an der Verlautbarung transzendenter Werte und Maßgaben, weil sie vernunftmäßig überzeugender Begründung der Ausgleichung nicht oder besonders schwer zugänglich sind. Einzelne, Gruppen, Völker und Menschenmassen sind bereit, ihre entgegengesetzten Bewertungen gewaltsam zur Geltung zu bringen. Sie Auseinandersetzungen haben in der Geschichte immer wieder kriegerische Ausmaße erreicht; das eindrucksvollste Beispiel liefert der hauptsächoich auf deutschem Boden ausgetragene 30-jährige Krieg (1618-1648).

Die Berufung auf Werte in einem normativen Sinn ist daher gefährlich. Solche Werte können explodieren wie Handgranaten oder Tretminen, und sie können implodieren wie Autoreifen oder schwarze Löcher. Sie können berauschen wie Marihuana oder Alkohol. Wenn Werte explodieren, folgt Zerstörung und Blutvergiessen, wenn sie implodieren, bricht ihr Gegenstand zusammen. Wenn Werte berauschen, machen sie zwar froh und selbstbewusst wie die deutsche Olympiade von 1936, aber auch manchmal blind und taub und schlimmstenfalls krank. Präzise beschriebene Werte haben einen eigenen Namen, nachvollziehbare Gründe - und Grenzen. Um Ex- und Implosionen und Berauschung zu vermeiden, müssen Werte benannt und begründet werden. Je gründlicher man das tut, umso eher merkt man: Ideale oder Bewertungen müssen ständig neu kritisch durchdacht, genauer gefasst, geändert, abgelehnt, ersetzt oder sogar aufgegeben oder bekämpft werden.

Aktuelle Beispiele bieten die konfliktreichen Entfaltungen und Kriege religiöser Konfessionen und säkularer Ideologien einschließlich derjenigen der Freiheit der Religionsausübung im Nahen Osten und einzelne Ereignisse heftiger Kritik an Religionen, Staatsoberhäuptern oder auch ganzen Gruppen oder Bevölkerungen als politische Einheiten. Dieselben Bekenntnisse, Normen und Praktiken gelten den einen als Wert, anderen als Todsünde oder Verbrechen. Manche schämen sich kritischer Exzesse. Unabhängig von der Bewertung der Kämpfe und Kriege hat oft genug tatsächlich bereits die Berufung auf Werte zu Unfrieden und internationalem Flächenbränden oder ihrer Ausbreitung geführt.

Als Wert eines Gegenstandes (Sache, Lebewesen, Gedanke) kommt das Verhältnis der nach einem auf ihn anwendbaren Katalog messbarer Eigenschaften oder Verhältnisse ermittelten Übereinstimmungen und Widersprüchen dieses Gegenstandes mit den Kriterien dieses Katalogs in Betracht.

Selbst mit Bezug auf die einfachsten Sachen kann ein so bestimmter Wert aber nur für einzelne ihrer Merkmale ermittelt werden, für Wasser etwa durch Messung von Volumen und Temperatur. Das gilt erst recht für komplizierte Gegenstände. Nur die Eigenschaften etwa gedachter Grundform (geometrische Figur, mathematische Gleichung) oder eines Maßstabes selbst lassen eine vollkommene Bewertung zu (zum Beispiel: Die Winkelsumme eines Dreiecks beträgt 180°, der Wert von 3 cm eines Zentimetermaßstabes ist 3 [cm]). Im übrigen könnte auf diese Weise der Wert von Gegenständen praktischer Bedeutung vollständig nur durch separat-kumulative Beschreibung des Ergebnisses der Anwendung je eines geeigneten Maßstabes auf jedes seiner Merkmale ermittelt werden, was praktisch unmöglich und offensichtlich sinnlos ist. Eine sinnvolle Bewertung bedarf einer Beschränkung der Messung auf ein überschaubares Bündel von Merkmalen eines Gegenstandes an Hand eines überschaubarer Kriterien-Katalogs.

Alle Werte sind von Menschen zugewiesen oder wenigstens verlautbart. Ihr Inhalt ergibt sich zum Teil zwangsläufig aus der Natur, im übrigen mehr oder weniger zwingend aus irrtumsabhängiger menschlicher Überlegung. Erhebliche Unterschiede bestehen sich zwischen der rationellen, eher ein Sein beschreibenden und einer normativen Bewertung an Hand eines Sollens-Maßstabes.

1. Rationelle, seinsmäßige, eher beschreibende Bewertung betrifft etwa die Beschaffenheit, den Zustand, den Ort, die Ausdehnung, die Menge, das Gewicht, die Temperatur, das Verhalten, etwa die Geschwindigkeit und Richtung eines Gegenstandes in Raum und Zeit, auch etwa Faktoren der Gesundheit von Lebewesen. Das ist die Methode der Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, Medizin) und ihrer praktischen Anwendung, der Technik. Dem Ausdruck ihrer Werte dienen oft skalierte Zahlen oder Zeichen, ihre Verhältnisse können bereichsweise sinnvoll mathematisch "bewertet" werden. Ähnlich verhält es sich mit den nicht normativen Aspekten der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (Mathematik, Erkenntnistheorie, Bedeutungslehre, Sprachwissenschaft, Soziologie, Staatslehre) wenn sie etwa das Verhalten oder Denken mit einem Katalog von Kriterien vergleichen. Die Bewertung konzentriert sich sinnvollerweise auf bestimmte Gruppen von Merkmalen.

a) Hauptsächlich Erkenntnis- und Kommunikationswert haben seinsmäßige Unterscheidungen wie etwa nach der Stärke von Erdbeben, nach dem Ozongehalt der Luft, der von einer Quelle ausgehenden Lichtstärke oder Schallmenge, aber auch etwa der Lernfähigkeit oder des Wissensstandes eines Menschen an Hand einer Wertskala.

b) Bewertungen erfolgen auch unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit für einen bestimmten Zweck wie diejenige des Heizwerts von Kohle, der Tragfähigkeit einer Brücke

c) Wirtschaftliche Bewertung betreffen die Art, Menge und Qualität von Gütern oder Leistungen, die mittels einer bestimmten Arbeit geschaffen, gegen eine bestimmte Art, Menge und Qualität anderer Güter oder Leistungen getauscht oder auf andere Weise erworben werden können.

2. Als Wert in einem normativen Sinn wird das Maß bezeichnet, in dem die Beschaffenheit, der Zustand oder das Verhalten eines Gegenstand (Sache, Lebewesen, Gedanke) oder eines seiner Merkmale den Sollens-Anforderungen einer rationalen oder irrationalen Ethik, Soziallehre, Religion, Ideologie oder oder politischer Konzepte entspricht oder widerspricht und dementsprechend als gut oder schlecht (böse), korrekt oder inkorrekt befürwortet oder verworfen wird. Diese Bewertung ist weniger messender als wägender Art. Auch ästhetische Maßstäbe und Werte sind dem normativen Bereich zuzordnen.

Da Werte und Maßgaben von Menschen mehr oder weniger einhellig nach Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit, aber auch kontrovers aus allen möglichen guten oder schlechten (bösen) Motiven bestimmt, zugewiesen oder verlautbart werden können, entstehen über ihre Gültigkeit eher im normativen als im beschreibenden Bereich und hier besonders dann, wenn gegensätzliche lebenswichtige Interessen aufeinander treffen erhebliche Konflikte. Besonders heftige Gegensätze entzünden sich an der Verlautbarung transzendenter Werte und Maßgaben, weil sie vernunftmäßig überzeugender Begründung der Ausgleichung nicht oder besonders schwer zugänglich sind. Einzelne, Gruppen, Völker und Menschenmassen sind bereit, ihre entgegengesetzten Bewertungen gewaltsam zur Geltung zu bringen. Sie Auseinandersetzungen haben in der Geschichte immer wieder kriegerische Ausmaße erreicht; das eindrucksvollste Beispiel liefert der hauptsächoich auf deutschem Boden ausgetragene 30-jährige Krieg (1618-1648).

Die Berufung auf Werte in einem normativen Sinn ist daher gefährlich. Solche Werte können explodieren wie Handgranaten oder Tretminen, und sie können implodieren wie Autoreifen oder schwarze Löcher. Sie können berauschen wie Marihuana oder Alkohol. Wenn Werte explodieren, folgt Zerstörung und Blutvergiessen, wenn sie implodieren, bricht ihr Gegenstand zusammen. Wenn Werte berauschen, machen sie zwar froh und selbstbewusst wie die deutsche Olympiade von 1936, aber auch manchmal blind und taub und schlimmstenfalls krank. Präzise beschriebene Werte haben einen eigenen Namen, nachvollziehbare Gründe - und Grenzen. Um Ex- und Implosionen und Berauschung zu vermeiden, müssen Werte benannt und begründet werden. Je gründlicher man das tut, umso eher merkt man: Ideale oder Bewertungen müssen ständig neu kritisch durchdacht, genauer gefasst, geändert, abgelehnt, ersetzt oder sogar aufgegeben oder bekämpft werden.

Aktuelle Beispiele bieten die konfliktreichen Entfaltungen und Kriege religiöser Konfessionen und säkularer Ideologien einschließlich derjenigen der Freiheit der Religionsausübung im Nahen Osten und einzelne Ereignisse heftiger Kritik an Religionen, Staatsoberhäuptern oder auch ganzen Gruppen oder Bevölkerungen als politische Einheiten. Dieselben Bekenntnisse, Normen und Praktiken gelten den einen als Wert, anderen als Todsünde oder Verbrechen. Manche schämen sich kritischer Exzesse. Unabhängig von der Bewertung der Kämpfe und Kriege hat oft genug tatsächlich bereits die Berufung auf Werte zu Unfrieden und internationalem Flächenbränden oder ihrer Ausbreitung geführt.


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