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Werte

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Neu gefasst am 29.7., ergänzt am 9.9.2018

Übersicht:

1. Wert als Eigenschaft und Gegenstand.
2. Wert und Bewertung.
3. Seinsmäßige und normative Bewertung.
4. Politische Bewertungen.
5. Konkrete Werte sind leicht zu bestimmen.
6. Häufige Anwendungen.

1. Als (positiver oder negativer) Wert im Sinne einer Eigenschaft kommt der Inbegriff der Übereinstimmungen und Widersprüche eines Gegenstandes (Sache, Lebewesen, Gedanke oder deren Verhältnisse) mit/zu den Kriterien eines auf ihn anwendbaren Kataloges der Maße seiner Eigenschaften oder Verhältnisse in Betracht. Im Sinne eines Gegenstandes gelten als Wert solche Krtiterien einzeln oder in einer Gesamtheit.

Ein allgemeingültiger Wert kann selbst mit Bezug auf die einfachsten Gegenstände nur für einzelne ihrer Merkmale oder für eine überschaubare Gruppe von Merkmalen und nur in Anwendung (und Abhängigkeit) von Vorgaben der Natur (Physik, Chemnie), der Mathematik (Gleichung) oder Geometrie (Länge, Breite, Höhe) oder der Logik (Schlussfolgerung) ermittelt werden. So sind absolute Werte von Wasser durch Volumen, Temperatur und Aggregatzusand, von Dreiecken durch die Winkelsumme und Seitenlänge bestimmt. Das gilt erst recht für komplizierte Gegenstände (Verhältnisse, Phänomene, Weltanschauungen, Religionen).

Im übrigen hängt der Wert eines so bestimmten Gegenstandes von Maßstäben ab, die nicht allgemein gelten sondern im Wege der Bewertung durch Einzelne oder durch Übereinkunft einer Gruppe von Menschen an Hand von Interessen oder Überzeugungen gebildet werden. In der Umgangssprache wird der Ausdruck "Wert" meist im Sinne einer "Bewertung" gebraucht, mit der allerdings oft der Anspruch auf Verbindlichkeit verbunden wird.

Typische Bewertungen sind der Preis einer Ware als Ergebnis von Angebot und Nachfrage am Markt oder die Eignung eines Verhaltens zur Förderung von Wohlstand oder innerem oder äußerem Frieden.

Diese Bewertungen gelten regelmäßig nur für bestimmte ort-zeitliche Verhältnisse.

Beispielsweise ist eine solche Bewertung von Wasser von seiner ort-zeitlichen Knappheit abhängig, und der Preis ist das Ergebnis einer ort-zeitlich konkreten Marktentscheidung über eine bestimmte Ware.

Eine Art "absolute" oder vollkommene, allgemeingültige Bewertung von Gegenständen wäre nur durch separat-kumulative Anwendung aller geeigneten zeit- und ortsbezogenen Maßstäbe auf jedes ihrer Merkmale denkbar, die praktisch unmöglich und offensichtlich sinnlos ist. Dennoch verwendet die Umgangssprache den Ausdruck "Wert" auch für derartige Bewertungen.

2. Eine Bewertung jenseits allgemeingültiger Werte ist nur durch Beschränkung des Vergleichs eines Teils der Merkmale Gegenstandes mit einem überschaubaren Bündel von Merkmalen an Hand eines überschaubaren Kriterien-Katalogs sinnvoll möglich. Die Bewertung konzentriert sich sinnvollerweise auf bestimmte Gruppen ziel- oder zweckrelevanter Merkmale ihres Gegenstandes.

Von Richtigkeit einer Bewertung kann nur unter dem Gesichtspunkt einer bestimmten Auswahl der Merkmale, einer bestimmten Maßgabe wie eines Zwecks und Ziels oder Interesses und einer Qualität des Kriterien-Katalogs die Rede sein. Sie hängt ferner von einer logisch zutreffenden Anwendung des Kriterienkatalogs auf die Merkmale ab. Daraus ergibt sich eine Vielfalt der Annäherung der vom Publikum zu erwartenden Bewertungen an Richtigkeit, die durch Mängel an Bestimmtheit der Maßgaben, Merkmale und ihrer Anwendung noch vermehrt wird. Daraus ergibt sich weiter, dass die Richtigkeit einer Bewertung nur an Hand einer ausführlichen Begründung beurteilt werden kann.

3. Erhebliche Unterschiede der Aussagekraft bestehen zwischen der auf ein Sein beschränkten und einer normativen Bewertung an Hand eines Sollens-Maßstabes.

3.1 Rein rationelle, seinsmäßige, eher beschreibende Bewertung betrifft etwa die Beschaffenheit, den Zustand, die Ausdehnung, die Menge, das Gewicht, die Temperatur, das Verhalten, die Geschwindigkeit und Richtung eines Gegenstandes in Raum und Zeit, auch etwa Faktoren der Gesundheit von Lebewesen. Das sind Gegenstände der Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, Medizin) und ihrer praktischen Anwendung, der Technik. Dem Ausdruck ihrer Bewertung dienen oft Zahlen- oder Zeichenskalen, ihre Verhältnisse können manchmal mathematisch "bewertet" werden. Ähnlich kann ein Verhalten mit nicht-normativen Beständen der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (Mathematik, Erkenntnistheorie, Bedeutungslehre, Sprachwissenschaft, Soziologie, Staatslehre) verglichen werden.

a) Erkenntnis- und Kommunikationswert haben seinsmäßige Unterscheidungen wie etwa nach der Stärke von Erdbeben, nach dem Ozongehalt der Luft, der von einer Quelle ausgehenden Lichtstärke oder Schallmenge, aber auch etwa der Lernfähigkeit oder des Wissensstandes eines Menschen an Hand einer Größenskala.

b) Unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit für einen bestimmten Zweck kommt Erkenntnis- und Kommunikationswert etwa dem Heizwerts von Kohle oder der Tragfähigkeit einer Brücke zu.

c) Wirtschaftliche Bewertung betrifft die Art, Menge und Qualität der Natur unmittelbar entnommener oder durch Arbeit geschaffener Güter oder Leistungen, die gegen eine bestimmte Art, Menge und Qualität anderer Güter oder Leistungen getauscht oder auf andere Weise erworben werden können. Eine typische Bewertung stellt der durch Angebot und Nachfrage am Markt gebildete Preis von Gütern oder Leistungen dar. Eine andere betrifft die Teilung wirtschaftlicher Werte zwischen den Einzelnen sowie zwischen diesen und der Gemeinschaft (positiv zum Beispiel mit Bezug auf die Verhältnisse in Dänemark Ministerpräsident Lars Rasmussen in der FAZ vom 22.3.2018).

3.2. Normative Bewertung betrifft das Maß, in dem die Beschaffenheit, der Zustand oder das Verhalten eines Gegenstandes (Sache, Lebewesen, Gedanke) oder eines seiner Merkmale den Sollens- Anforderungen einer (rationalen oder irrationalen) Ethik, Soziallehre, Religion, Ideologie oder politischer Konzepte entspricht oder widerspricht und dementsprechend als gut oder schlecht oder böse , korrekt oder inkorrekt befürwortet oder verworfen wird. Auch ästhetische Maßstäbe gehören zum normativen Bereich. Normative Bewertung ist weniger messender als wägender Art.

4. Im politischen Prozess spielt die Berufung auf "Werte" eine große Rolle. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit um eine Berufung auf Bewertungen.

4.1 Die Bezeichnung der Werte ist in der Regel allgemein gehalten. Die Rede ist etwa von "Freiheit", "Sozialer Marktwirtschaft", "Rechtstaat" oder von "Europäischen" oder "Christlichen" Werten, von "abendländischer Kultur" oder von auch "Frieden" oder "Vereinigung Europas". Eine solche Berufung auf "Werte" ist gefährlich denn sie ist sehr unterschiedlich und sogar gegensäthzlich interpretierbar: Die Freiheit kann groß oder gering sein. Jede Freiheit ist mit Pflichten, jeder Wohlstand mit Lasten anderer verbunden, soweit sie nicht unmittelbar von der Natur gewährt werden. Was "sozial", was "Rechtsstaat" bedeutet, lässt widersprüchliche Auslegungen zu. Einschlägige Bewertungen werden keineswegs europaweit einhellig vertreten und über die Umsetzung christlicher Werte in Politik bestehen die unterschiedlichsten Auffassungen. Frieden kann bei Aggressionen durch Verteidigungsanstrengungen oder Unterwerfung erreicht werden und die europäische Vereinigung auf dem von der EU gegenwärtig eingeschlagenen Weg der Auflösung der Nationalstaatlichkeit ihrer Mitgliedsländer ist etwas anderes als eine Vereinigung durch Vereinbarungen souveräner Staaten, die sich am Grundsatz der Subsidiarität ausrichten. Daher ist die Anrufung von Werten populär, weil sich jedermann darunter vorstellen kann, was seionen Wünschen entspricht (siehe dazu den Beitrag "Populismus"). Zugleich aber sind Enttäuschungen eines Teils derjenigen vorprogrammiert, die auf die Berufung auf Werte in dem Sinne vertrauen, in dem sie selbst sie interpretieren. Oft genug steigert sich die Enttäuschung zum Konflikt und dieser bis hin zur Gewaltanwendung. (Der holländische Außenminister Jean Asselborn sprach im Anschluss an den Wahlsieg Viktor Orbans in Ungarn im Frühjahr 2018 von einem "Wertetumor" - siehe die Glosse von Reinhard Veser in der FAZ vom 10.4.2018.) "Werte" können explodieren wie Handgranaten oder Tretminen, und sie können implodieren wie Autoreifen oder schwarze Löcher, indem ihnen immer unterschiedlichere und schließlich gegensätzliche Bedeutungen oder ein immer geringeres Maß an sinnvoller Bedeutung zugewiesen werden, sodass die Begriffe zusammenbrechen. Werte können auch berauschen wie Marihuana oder Alkohol, indem sie Illusionen oder transzendente Vorstellungen erzeugen. Dann können sie froh und selbstbewusst machen wie die deutsche Olympiade von 1936, sie können aber auch blind und taub oder krank machen. Eskalierende Wertkonflikte etwa zwischen säkularen Ideologien wie auch zwischen Religionen oder religiöse Konfessionen, oft genug auch bereits einzelne Ereignisse, die Berufung auf oder Kritik an Religionen, Personen, Gruppen oder Bevölkerungen sind geeignet, in Gewaltausbrüche, Kriege oder Bürgerkriege zu münden. Einzelne, Gruppen, Völker und Menschenmassen sind leicht bereit, ihre entgegengesetzten Bewertungen gewaltsam zur Geltung zu bringen. Gerade Auseinandersetzungen zwischen religiösen Bekenntnisgruppen haben in der Geschichte immer wieder kriegerische Ausmaße erreicht; das eindrucksvollste Beispiel liefert der hauptsächlich auf deutschem Boden ausgetragene 30-jährige Krieg (1618-1648).

4.2 Aus alledem folgt für den Umgang mit Werten im politischen Prozess: Wer mit der Berufung auf Werte Enttäuschung und Aufruhr vermeiden und nicht in die Irre führen will, muss umso eingehender und ausführlicher beschreiben und begründen, welches die von ihm gemeinten Werte sind und weshalb sie hoch zu bewerten sind. Geboten ist höchste Wachsamkeit gegenüber dem Wertevertreter, der das versäumt, und Abstandnahme von dem Versuch, vage Werte anders als anhand des politischen Verhaltens ihres Vertreters im allgemeinen und insbesondere anhand der eigenen Interessen zu interpretieren.

Präzise beschriebene Werte haben einen eigenen Namen, nachvollziehbare Gründe und Grenzen. Je gründlicher sie begründet, je präziser sie beschrieben sind, umso deutlicher zeigt sich: Werte müssen ständig neu kritisch durchdacht, genauer gefasst, geändert, abgelehnt, ersetzt oder sogar aufgegeben oder bekämpft werden. Begründungen sind entsprechend anzupassen. Gerade zur Vermeidung der damit verbundenen Bemühungen und Schwierigkeiten, vor allem aber aus Gedankenlosigkeit oder mit Absicht lässt die Berufung auf normative Werte meist die erforderliche Präzision vermissen. Besonders heftige Konflikten entzünden sich an transzendenten Werten, weil sie vernunftmäßig überzeugender Begründung der Ausgleichung nicht oder nur schwer zugänglich sind.

5. Nun ist es nicht schwierig, Werte recht genau zu benennen, deren Bewertung mit allgemeiner Zustimmung rechnen kann. Das gilt sowohl für den staatlichen als auch für den außerstatlichen, gesellschaftlichen Bereich.

5.1 Einige dieser Werte liegen offen vor uns und werden laufend von uns genutzt. Es sind die kultivierten Felder, Tiere und Bäume der Land- und Forstwirtschaft, die nutzbar gemachten Gewässer, es sind die Wohnhäuser, Produktions- und Lagerstätten und -Einrichtungen, die Straßen und Wege, Bahn-, Flug- und Schiffshäfen, Fahrzeuge, Leitungen und Kommunkationseinrichtungen. Auch die erschlossenen oder erschließbaren Naturschätze gehören dazu, und sei es "nur" wegen ihrer Schönheit. Es sind alle Gegenstände der Infrastruktur des Lebens in unserem und den von unsbesuchten Ländern, einschließlich der sie betreibenden oder mit ihrer Hilfe wirkenden Organisationen und Menschen. Schließlich ist die Bevölkerung, in der wir leben, für uns von Wert.

5.2 Zur werthaltigen Infrastuktur unseres Lebens gehören vor allem auch die Regeln, nach denen wir leben, insbesondere auch jene, die nicht vom Staat gesetzt werden, sondern die gelten, weil sie die Gesellschaft befolgt, sei es dass sie aus Erfahrung oder Wissenschaft, aus Vernunft oder Glauben entwickelt sind. Man denke an regelmäßige unentgeltliche und freiwillige Hilfeleistung an jedermann und Achtung der Interessen anderer, an die Bereitschaft, Wissen und Fühlen mit anderen zu teilen.

5.3 Freilich sind Bewertungen oft fließend, manchmal wendet sich ein Wert, sogar vom positiven in den negativen Bereich der Skala´und umgekehrt. Dann bedarf es noch genauerer Bestimmung der Werte.

6. Besonders häufig bezieht sich die poltische Diskussion auf "Werte". Im Zusammenhang der anhaltenden Migrationskrise (2018) wird problematisiert, dass Migranten "unsere Werte nicht teilen" . Die Behauptung ist wegen ihrer Unbestimmtheit irreführend und gefährlich. Zunächsteinmal ist umso weniger Übereinstimmung darüber gewiss, welche Bewertungen "bei uns" (im "Westen") gelten, je stärker man zwischen Gegenständen und Maßgaben der Bewertung differenziert. Sodann düfte genauere Untersuchung ergeben, dass die Behauptung mit Bezug auf die praktisch wichtigsten Bewertungen nicht zutrifft. Fast alle Migranten dürften die Bewertung der 10 Gebote jedenfalls insoweit mit uns teilen, als sie auch "bei uns" (im "Westen") noch gelten. Sogar die (unterschiedlichen) Bewertungen der Grundsätze für Produktion und Verteilung von Gütern und Leistungen werden von Migranten ebenso vorgenommen wie "im Westen". Ferner impliziert die Behauptung, dass die Werte-Teilung vorzuziehen oder sogar geboten ist. Im Interesse eines integrierten Zusammenlebens ist hier jedoch gründlich zu differenzieren. Von vorn herein ist zu beachten, ob die Behauptung überhaupt "Werte" meint oder ob nicht zumindest unterbewusst Unterschiede wie diejenigen der Sprache mitgemeint sind. Sodann ist zu unterscheiden zwischen staatlichen und gesellschaftlichen Maßgaben. Die Beachtung der Gesetze des Ziellandes ist zunächst ein Problem des Kennens und Verstehens, deren Vermittlung ebenso wie die der Sprache von Bemühungen nicht nur der Migranten sondern auch der Zielländer (zum Beispiel im Zusammenhang der Aufenthaltserlaubnis) abhängt. Soweit es sich anders um gesellschaftliche Normen oder Normalitäten handelt, ist die Zulässigkeit von Abweichungen geradezu Grundbestandteil der westlichen Weltanschauung. Die Unterstellung eines Gebots oder einer Vorzugswürdigkeit von Anpassung ist schon insoweit nicht am Platze, als womöglich einige westliche Normalitäten der Anpassung an diejenigen von Immigranten bedürfen oder die Akzeptanz wenn nicht Begrüßung der Unterschiede geradezu geboten ist wie im Fall der Religionsfreiheit. Eine gründliche Betrachtung unter diesen Gesichtspunkten dürfte in vielen Fällen zu dem Ergebnis führen, dass das Nichtteilen nicht zu beanstanden ist, während eine solche Gründlichkeit verfehlende Verallgemeinerungen geeignet sind, Verhärtungen, Spannungen und schließlich auch Konflikte hervorzurufen, die sogar internationale Dimensionen annehmen können.

Kritik verbreiteter Verwendungen des Wertbegriffs.

Als "Wert" bezeichneter Gegenstand.
Kritik.
Freiheit. Soweit der Begriff (wie in der Regel) auf zwischenmenschlich relevantes Verhalten (im weitesten Sinn) bezogen wir, beseht Freiheit im Schutz gegen Beeinträchtigungen eines Verhaltens durch andere. Für den Fall des Konflikts zwischen dem Interesse an Freiheit und an ihrer Beeinträchtigung ist Freiheit mithin geradezu definiert durch die Unfreiheit anderer. (Und nur für den Konfliktsfall hat der auf zwischenmenschliche Verhältnisse bezogene Freiheitsbegriff überhaupt einen Sinn.) Im einem Konfliktsfall, wie er dem Gebrauch des Freiheitsbegriffs regelmäßig zugrunde liegt, wird dieselbe konkrete Freiheit mithin von einem oder mehreren Beteiligten als Wert, von anderen als Unwert bewertet. Mangels näherer Bestimmung einer konkreten Freiheit führt der Begriffsgebrauch daher leicht zu Irrtum, zu Enttäuschung oder Entrüstung bis hin zur Gewaltanwendung oder zu einem den Interessen des Handelnden zuwiderlaufenden Verhalten.
Gerechtigkeit. Mit dem Begriff der Gerechtigkeit werden häufig entgegengesetzte, miteinander unvereinbare Bewertungen verbunden, er ist höchst umstritten. Mangels näherer Bestimmung führt der Begriffsgebrauch daher leicht zu Irrtum (zum Beispiel über den wahren Inhalt einhelliger Bewertung in einer Gesellschaft), zu Enttäuschung, Entrüstung bis hin zur Gewaltanwendung oder zu einem den Interessen des Handelnden zuwiderlaufenden Verhalten.
Rechtssicherheit. Der Wert von Rechtssicherheit hängt erstlinig von der Qualität des Rechts ab (Eignung zur Förderung bestimmter Zwecke und Ziele und von deren Bewertung, beispielsweise zur Schaffung und Erhaltung von Frieden). Je nach dieser Qualität (Bewertung von Zwecken und Zielen) besteht ein (positiver oder negativer) Wert (Unwert) von Rechtssicherheit in der gleichmäßigen und ort- zeitlich möglichst lückenlosen Anwendung und Durchsetzung von Recht. Mangels deren näherer Bestimmung kann der Begriffsgebrauch leicht zu Irrtümern, zu Enttäuschung oder Entrüstung bis hin zur Gewaltanwendung oder zu einem den Interessen des Handelnden zuwiderlaufenden Verhalten führen.



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