PRO RE PUBLICA


Religionsfrieden.
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In Teilen der Welt wütet ein gewalttätiger, Menschenleben und Sachwerte massenhaft vernichtender Kampf zwischen areligiösen und religiös fundierten Gewalten sowie zwischen religiösen Gewalten untereinander. Durch internationale Verflechtung der einander bekämpfenden Gewalten und Internationalisierung der Gewaltanwendung begründet diese eine der größten Gefahren für Weltfrieden. Es sollte eine Einigung aller Religionen darüber möglich sein, dass keine Religion aggressive Gewalt gebieten oder zulassen, dass kein Gott sie wollen kann. Die Verhinderung religiöser Gewalt, soweit sie nicht von den Religionsgemeinschaften selbst geleistet wird, ist Aufgabe aller Staaten, die sie jeweils für sich und im Zusammenwirken der Staaten bewältigen müssen.

Weltweit bekennen sich Millionen Gläubige zum Christentum . Die christliche Kirche hat im Lauf der Geschichte durch gewaltsame Verbreitung ihres Glaubens Schuld an Beschädigungen des Friedens auf sich geladen. Von ihrer Aggression sind nur noch Reste wirksam, die es konsequent zu bekämpfen gilt. Aggresivität anderer Religionen hält sich - mit Ausnahmen - in Grenzen.

Weltweit bekennen sich noch mehr Menschen zum Islam. Der Islam ist in mehrere Bekenntnisse aufgespalten. Die wichtigsten sind die Sunna und die Schia. Es bestehen Konflikte unterschiedlichen Gegenstandes, unterschiedlicher Dimension und Intensität zwischen einigen islamischen Staaten und islamischen Bekenntnisgruppen untereinander und mit westlichen Ländern, besonderes den USA und Israel. Ein Teil dieser Konflikte besteht in gegenseitiger kriegerischer, kriegsähnlicher und verdeckter internationaler Gewaltanwendung auch gegen Zivilisten.


Zeitgenössischer Gewalt-Religionismus.


Seit dem Zeitalter des europäischen Kolonialismus finden umfangreiche gewaltsame Entfaltungen von Staaten statt, die vorhandene organisatorisch, technisch, wirtschadtlich und zivilisatorisch unterlegene Staaten vor allem in Afrika und Südasien unterwerfen und in Abhängigkeit halten oder ihre eigene oder eine von ihnen abhängige Staatsgewalt gegen den Willen einer als staatstragend in Betradcht kommenden Bevölkerung in Gebieten etablieren, in denen sich bisher keine Staaten etablieren konnten. Es sind oft Religionsgemeinschaften, die sich gewaltsam gegen Kolonialismus, sei es in Gestalt von Intervention oder Staatsbildung, auflehnen. Obwohl religiös bestimmt, zumal die Kolonisatoren häufig religiös anders geprägt sind als ihre Opfer, haben diese Gewaltentfaltungen ihren Ursprung nicht in den beteiligten Religionsgemeinschaften sondern im Kampf um (auch gegen) regionale Staatlichkeit, dessen Parteien von gewaltbereiten Religionsgemeinschaften unterstützt werden.

Der umfangreichste und gefährlichste der gewaltsamen Religionskonflikte ist derjenige zwischen dem "Islamischen Staat" und den von ihm als Feinde angesehenen Länder und Menschen. Als "Islamischer Staat" bezeichnet sich eine wohl vorwiegend sunnitische Bewegung etwa seit 2003. Ihr Anführer Abu Bakr al-Baghdadi (seit 2010) erhebt seit 2014 Anspruch auf das Amt eines Kalifen über alle Mohammedaner (Nachrichten, wonach Abu Bakr getötet wurde, scheinen bisher wiederholt widerlegt worden zu sein). Feinde sieht der "Islamische Staat" vor allem in allen Christen, sodann in denjenigen, die sich nicht zum Islam bekennen, und schließlich auch in Angehörigen anderer islamischer Bekenntnisse. Der islamische Staat hat es sich zum Ziel gesetzt und sieht es als Pflicht aller Mohammedaner an, diese seine Feinde überall und zu jeder Zeit zu töten, zu verletzen, zu berauben oder sonst zu schädigen, wo ihm das möglich ist, sei es auch mit Hilfe freiwilliger Helfer.

Die Gefahr aus der Bedrohung durch den "Islamischen Staat", aber auch durch Konflikte zwischen anderen islamischen Mächten und dem "Westen" wird dadurch erhöht, dass die Konflikte Parallelkonflikte auch zwischen islamischen Staaten, die den westlichen Ländern und insbesonder USA und Israel gegenüber freundlich gesinnt oder zumindest neutral sind, und "dem Westen" induzieren oder bestehende freundschaftliche Verbindungen erschüttern oder auflösen.

Die Bezeichnung Gewaltaktionen, die solchen Konflikten und insbesondere dem Islamischen Staat zuzurechnen sind, als "islamistischer Terror" oder ihrer Träger als "Djihadisten" ist geeignet, das Selbstwertgefühl der großen Mehrheit islamischer Gläubiger zu verletzen, die solche Aktionen verurteilen oder ablehnen oder bekämpfen. Sie sehen in dieser Bezeichnung eine Verunglimpfung ihrer Religion und sehen es als unzulässig an, solche Gewaltaktionen überhaupt mit Islam in Verbindung zu bringen. Nach ihrer Religionslehre ist der im Koran gebotene "Djihad" ein friedlicher, gewaltloser, auf der geistigen Ebene zu führender Kampf um die Behauptung und Verbreitung ihre Religion. Der Name des Islam wird nach dieser Auffassung von den Gewalttätern usurpiert und missbraucht.

In diesem Sinn hat sich auch beispielsweise der Türkische Staatspräsident Recep Tayyib Erdogan im Juli 2016 in einem Interview mit dem ARD geäußert und empfohlen, die Assoziation zu unterlassen. Dieses Ansinnen ist wohlbegründet und ihm sollte Folge geleistet werden. Allerdings ist ebenso geboten, dass die Islamischen Länder und religiösen Autoritäten sich klar und vorbehaltlich von den Organisationen und Kräften distanzieren, die die Verbreitung oder Verteidigung des Islam als Rechtfertigung für aggressive Gewaltanwendung in Anspruch nehmen. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass sie sich engagiert und intensiv sowie vorbehaltlos an der erforderlichenfalls gewaltsamen Verteidigung gegen Gewaltreligionisten beteiligen.


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