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"Tag der Entscheidung über Griechenlandhilfe - 12. Juli 2015"
von Dr. Christian Heinze
Eine sub-page zur Seite: pro-re-publica.de
2015 07 12

Griechenland hat die Euroländer über seine Wirtschafts-, Finanz- und Bedürfnislage getäuscht, um zu erreichen, dass sie ihm mehr als 300 Mrd. Euro ohne Gegenleistung und größtenteils ohne Aussicht auf Rückzahlung überlassen. Erinnerungen an den erforderlichen Ausgleich seiner Ausgaben und Einnahmen nennt Griechenland Erpressung. Es gibt an ihrem Auseinanderklaffen den Euroländern Schuld und erwartet weitere Unterhaltszuschüsse. Um seiner Erwartung Nachdruck zu verleihen, tritt es in eine Art Hungerstreik und flirtet zusammen mit den zyprischen Griechen mit Putin. Ähnlich haben schon die zyprischen Griechen die Unterstützung Europas für ihre Vorherrschaft in Zypern gegen das Selbstbestimmungsrecht des zyprischen Türkenvolks erlangt durch das Versprechen, einen gemeinsamen griechisch-türkischen Staat zu errichten. Kaum hatten sie das versprochen, haben sie sich davon mit der Begründung losgesagt, sie seien erpresst worden.

Im Interesse Europas und der getreulich gesinnten Griechen muss Griechenland dennoch in der europäischen Gemeinschaft gehalten werden, um die Chance für Angleichung und gute Partnerschaft nicht abzuschneiden. Alle Völker müssen mit wenig förderlichen, sogar schädlichen Angehörigen zurecht kommen und sie notfalls ernähren. Übrigens beweist der nahezu ausgeglichene Primärhaushalt Griechenlands für 2014, dass die Griechen aus eigener Kraft sogar ohne Annäherung ihres Lebensstandards an den viel niedrigeren etwa von Polen oder Slowaken leben und bei einer Angleichung an deren Standard Schulden zurückzahlen können. Wenn aber die Euroländer - Caritas vorbehalten - weiteres Geld, etikettiert als Rettung, an Griechen verloren gehen lassen, würde das an Selbstverstümmelung grenzen, und wenn sie weiterhin auf bloße griechische Versprechen vertrauen oder sich erpressen lassen, wäre das nur durch eine Art (Selbst-)Hypnose oder psychodelische Illusion zu erklären.

Allerdings gibt Griechenland Anlass nachzudenken: Wie ist zu bewerten, dass Europa an der griechischen Usurpation auf Zypern teilhat ? Dass bei Aufnahme Griechenlands in die Eurozone und bei Prüfung der Bedingungen für Kredite an Griechenland Augen zugedrückt wurden ? Wird auch im übrigen Europa gemogelt, etwa bei Staatshaushalten oder der Eurowährung oder bei Umverteilungen ? Werden auch hier Verbindlichkeiten in den Wind geschlagen ? Folgt die griechische Anspruchshaltung etwa verbreiteten europäischen Beispielen ? Könnte alldas einen Teilerlass der Griechenschulden fordern ? Belasten Finanzhilfen der Euroländer künftige Generationen ? Als Ergebnis solchen Nachdenkens könnte Griechenland als warnendes Beispiel wirken für eine Lage, die weiten Teilen Europas droht.