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Die Krise / The Crisis

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pro-re-publica.de
2014 05 15



Der Ausdruck "Krise" stammt aus der griechischen Sprache, in der "krisis" wörtlich "Scheidung" oder "Entscheidung" bedeutet. Seit dem 16. Jahrhundert wird er im deutschen Sprachraum zur Bezeichnung einer schwierigen Lage, oder wie in der Heilkunde als deren Höhepunkt verwendet.

Die Lage der res publica ist grundsätzlich und immer schwierig, weil Frieden und Ordnungen ständig neu gegen wechselnde Widerstände erkämpft werden müssen. Die res publica befindet sich insofern in einer Dauerkrise. Lange Zeiträume befriedigender und vor allem friedlicher Funktion von Staaten sind geeignet, das Bewußtsein dieser Schwierigkeit zu trüben. Die Trübung wird dadurch begünstigt, daß die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, seiner Repräsentanten und der Staatsorgane durch besondere aktuelle Schwierigkeiten sogar untergeordneter Bedeutung in Teilbereichen der res publica oder bestimmter Gemeinwesen oder Regionen absorbiert wird.

Das Gewicht der Folgen mangelhafter Bewältigung von Schwierigkeiten der res publica sowie die nicht seltene Verborgenheit und Komplexität ihrer Ursachen und Zusammenhänge fordert eine ständige und vorausschauende Beschäftigung mit möglichen Ursachen für mögliche Schwierigkeiten der res publica, um für ihre Bewältigung vorbereitet zu sein. Insbesondere sollte jede Beschäftigung mit besonderen Krisen in Einzelbereichen fragen, inwieweit es sich um eine Auswirkung eine Krise von Grundlagen der res publica handelt. Beispielsweise erweist sich die sogenannte Eurokrise, die Teil einer Weltwährungskrise ist, bei näherem Hinsehen als Folge einer verbreiteten Überschuldung. Diese geht auf Durchbrechungen des Haftungsprinzips und der Verbindlichkeit von Gesetzen und Verträgen zurück, die zu den grundlegenden Elementen einer staatstragenden Marktwirtschaftsordnung gehören.

Augenfällige Merkmale der Krise und Einzelkrisen vieler Staaten der Gegenwart betreffen Mängel an Wahrhaftigkeit, Klarheit, Verantwortung und Verbindlichkeit. Zur Bewältigung wichtiger Einzelkrisen bedarf es des Bewußtseins, daß diese Mängel die nationale und internationale Politik in weiten Bereichen geradezu prägen (siehe die im vorangehenden Absatz dieses homepage-Beitrags zitierten Artikel) und einer Inangriffnahme der sich daraus ergebenden Reparaturen.
The expression "crisis" derives from the Greek language where it has the meaning "division" or "decision". Since the 16th century it is used in the German language to describe a difficult situation or, as in medicine, its climax.

The situation of the res publica is basically and always difficult, because peace and order must continuously be fought for against various resistance. Its situation is that of permanent crisis. Long periods of satisfactory and particularly of peaceful functioning of a commonwealth tend to obscure the conscience of this difficulty. Obscurity grows when attention of the people, its representatives and the organs of the State are absorbed by special, sometimes even less important difficulties of particular elements of the res publica or of certain commonwealths or regions.

The weight of consequences from defective dealing with difficulties of the res publica and the frequent obscurity and complexity of their causes and interconnections demand constant and farsighted occupation with possible causes for possible difficulties of the res publica, in order to be prepared for dealing with them. It is important that each consideration of an individual particular crisis should pose the question whether and in how far it goes back to a crisis of fundamental requirements of the res pulica. A closer look, for example, at the so- called Euro Crisis which forms part of a World Currency Crisis reveals it as the result of a general over-indebtedness. This is owed to a breach of the principle of liabilty and of the binding force of laws and contracts forming basic elements of a state-supporting market- economy order.

Obvious features of the crisis of many contemporary states consist in the lack of truthfulness, clarity, responsibility and reliablity. In order to overcome an important particular crisis it is necessary to acknowledge that national and international politics are, in many parts, even characteristically influenced by this lack (vide the articles mentioned in the previous section of this homepage contribution), and it requires the undertaking of the necessary repairs.



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