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Kritisches Wörterbuch, zum Teil verlinkt mit Homepage-Beiträgen von Christian Heinze

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Stand 2012 05 06 / 2017 03 24 - im Aufbau / under construction



Begriffe sind Wort-Namen für Gegenstände oder der Inbegriff der Merkmale zur Kennzeichnung der Gegenstände. Begriffe sind Zweckschöpfungen. Sie dienen dem Umgang mit den Gegenständen. Eine Form des Umgangs kommt Verständigung über Erkenntnisse und deren Speicherung in Betracht. Dem soll auch das nachstehende Register dienen. Zum Zweck der Verständigung ist Begriffsbildung - Zuordnung von Namen und Merkmalen zu Gegenständen - auf möglichst große Klarheit und auf einhellige Akzeptanz angewiesen, durch die Begriffe zur gültigen Konvention werden. Je unvollkommener der Stand der Erkenntnis eines Gegenstandes, umso weniger ist eine klare oder einhellige Begriffsbildung zu erwarten. Um Erkenntnis zu fördern, muss der Begriffsgebrauch des einzelnen Diskutanten gründlich erläutert werden. Dem fühlt sich auch diese Homepage verpflichtet. Die in ihr enthaltenen Zuordnungen von Merkmalen und Namen zu Gegenständen sind Erläuterungen dessen, was ihr Autor ausdrücken will. Ihr Begriffsgebrauch ist auch dort, wo er sich des Indikativs bedient, als Diskussionsbeitrag gedacht, der von der Möglichkeit der Falsifikation ausgeht.
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Concerening the phenomenon or rather phantom of the „furious citizen“ (or „popular fury“) vide the essay in “Cicero Online” and the commentaries published together with that essay as well as the summary of these commentaries. (In German language only.) Fahne en
Stichwort

Eingrenzung, Bedeutung, Kritik

A

Abwägung
Abwägung als Prinzip demokratischer Willensbildung
Akritasplan (Wortlaut)
Der sogenannte "Akritasplan" ist die 1962 oder 1963 niedergeschriebene Aufzeichnung einer Strategie der griechisch-zyprischen politischen Führung (Inhaber leitender Ämter der 1960 vorgeblich gegründeten Republik Zypern) zur Beseitigung der Bindungen der völkerrechtlichen Verträge und Zyprischen Verfassung von 1960 und Unterwerfung der türkisch-zyprischen Volksgruppe
"Alternative für Deutschland" (AfD)
"Alternative für Deutschland" nennt sich eine deutsche EU- und Euro-kritische, gegen unkontrollierte Immigration, gegen Überschuldung und exzessive Transferpolitik aufbegehrende konservativ liberale Partei, die 2013 durch Prof. Lucke gegründet wurde. Alsbald ließen Äußerungen von - auch führenden - Parteimitgliedern eine Neigung zu nationalistischen, rassistischen, anti-muslimischen Tendenzen erkennen, die mit den Auffassungen der führenden Gründer nicht vereinbar sind. Im Juli 2015 setzten sich in der Partei Frauke Petry nahestehende Kräfte durch, die einen stärker "rechts-toleranten" Kurs verfolgt. Prof. Lucke und Persönlichkeiten aus seinem Kreis verließen die Partei. Die Partei war bei Landtagswahlen ab 2015 überaus erfolgreich und hat Aussicht, bei der nächsten Wahl mit einem zweistelligen Prozentanteil der abgegebenen Stimmen in den Bundestag gewählt zu werden. .
Altersversorgung
Siehe die sub-page "Altersversorgung" zur vorliegenden homepage "pro-re-publica.de", die sich vor allem mit dem sogenannten "Generationenvertrag" auseinandersetzt.
Aphorismus
Nach Duden: prägnant-geistreicher, in sich geschlossener Sinnspruch in Prosa, der eine Erkenntnis, Erfahrung, Lebensweisheit vermittelt.
Arroganz
Die nachdrückliche Geltendmachung eines Anspruchs auf >Autorität, unabhängig davon, ob die Geltendmachung begründet ist oder nicht, ob sie Erfolg hat oder auf Widerstand trifft.
Ausgleich
Ausgleich als Prinzip demokratischer Willensbildung
Ausnahmezustand
Lage, die zur Aufrechterhaltung der Staatsgewalt Abweichungen vom (Verfassungs-)Recht fordert; siehe Notstand
Autorität
Die Eigenschaft oder ein Träger der Eigenschaft, andere ohne (vollständige, konkrete, überzeugende) ersichtliche (ausdrückliche oder sonst erkennbare) Begründung zu einem Verhalten (Denken, Glauben, Tun, Dulden, Unterlassen) veranlassen zu können.

Bestimmte Mittel der Veranlassung sind nicht begriffsnotwendig. Umgekehrt bedeutet der Besitz solcher Mittel noch keine Autorität. Autorität beruht in der Regel auf der Erfahrung der Richtigkeit vorangegangener Äußerungen, Vorschläge oder Verhaltensweisen (des Trägers) der "Autorität" und verdichtet sich mit dem Umfang oder der Bedeutung solcher Bewährungen.

Mangels Begriffsnotwendigkeit nachprüfbarer Begründung ist Autorität mit der Gefahr des Irrtums und der Täuschung verbunden. Sie ist besonders groß, wenn emotionale Einflüsse an die Stelle der Erfahrung treten, die Autorität begründen kann.

B

Begriff
Ein Begriff ist (a) die Summe der gemeinsamen Merkmale einer Gruppe von Gegenständen oder (b) das Wort, mit dem sie bezeichnet wird - ihr Name. Als Begriffsmerkmale kommen in Betracht Gattung, Art, Unterschied, Eigentümlichkeit, Zustand (wie von Aristoteles in Organon I entwickelt).

Die gruppenbildende Zuordnung der Merkmale steht dem Denken frei. Begriffe jedoch Zweckschöpfungen. Um Verständigung und Erkenntnis zu fördern, sollten Namen von Gegenstände eine möglichst rasche und zutreffende Assoziation ihrer Merkmale herbeiführen. Begriffe sind geeignet, über tatsächliche Verhältnisse und Qualitäten zu täuschen und können insbesondere zu Verwechslungen führen. Ihr idealer Zweck besteht jedoch in der Verständigung der Menschen und in der Förderung und Speicherung von Erkenntnis. Um Verständigung und Erkenntnis zu fördern, sollten Begriffsmerkmale ihren Gegenstand möglichst eindeutig von anderen Gegenständen unterscheiden. Der Ausdruck von Merkmalen sollte ihrer gedanklichen Konzeption entsprechen.

Die Einigung der Denkenden und Diskutanten über eine Begriffsbezeichnung und die ihr zuzuordnenden Merkmale ist Mittel und Bedingung menschlicher Kommunikation und Erkenntnis sowie deren Speicherung. Begriffe sind ihrem Zweck umso förderlicher, je einhelliger sie vom Publikum akzeptiert und zur Konvention geworden sind. Akzeptanz entscheidet letztinstanzlich - wenn auch nicht unbedingt permanent - über Begriffsbildung. Das ist wiederum umso eher zu erwarten, je klarer und eindeutiger Merkmale und Zuordnungen bestimmt sind. Auch verfestigte Begriffskonventionen bedürfen im Interesse optimaler Erkenntnis ständig erneuter Prüfung der Zweckmäßigkeit der Begriffsbildung. Uneinigkeit über Begriffsbildung mündet in Sprachverwirrung und deren schwerwiegenden Folgen (vgl. dazu Moses 1, 11 Vers 7-9 und zu ihrer Auflösung zum Beispiel im Pfingstwunder Apg. 4 Vers 4-13).
Brüderlichkeit
Brüderlichkeit als Grundlage von Demokratie

C

Chancengleichheit
Chancengleichheit als Stichwort für die Bewertung des Zugangs zu Bildung und Ausbildung in Deutschland.

D

Deflation
siehe "Inflation"
Demokratie

Siehe das Kapitel dieser Homepage zum Begriff und Wesen der Demokratie.

Die Bedeutung des Demokratieprinzips für die Würdigung des Zypernkonflikts wird durch die Voraussetzung eines homogenen "Demos" bestimmt.
Deutungshoheit

Ein modernes, sinnwidriges Schlagwort zur Behauptung politischer Macht. Deutungshoheit kann es nicht geben, denn Bedeutung steht nicht zur Disposition, Deutung ist entweder richtig oder falsch. Was zutrifft ist weitgehend nachweisbar. Wo nicht, ist Bedeutung nicht erkennbar und daher nicht Gegenstand von Deutung sondern von Glaube oder Vermutung. Auch wenn man Glaube und Vermutung in den Begriff einbeziehen wollte, gäbe es keine Hoheit: Die Gedanken sind frei. Allenfalls kann Deutung als Ausdruck der Aufforderung zur Befolgung von Verhaltenszwang missbraucht werden.

Vgl. dazu die Anmerkungen dieser Homepage zu einem Beitrag von Michael Seemann.
Diskussion
Diskussion als Grundlage der Demokratie

E

Enosis

Griechisch für "Einheit". "Enosis" wurde zum Schlagwort zur Bezeichnung des politischen Programms und Kampfes von 1950 - 1974 zur Vereinigung Zyperns mit Griechenland
Entscheidung
Siehe: Dezision und

Entscheidung als Element von Herrschaft
Euro-Krise

Als "Euro-Krise" wird eine durch Überschuldung vor allem der südlichen Mitgliedsländer der EU und einiger Großbanken verursachte, zwischen 2007 und 2009 ausgelöste Krise des Vertrauens in die "Euro"-Währung und ihr System wahrgenommen und bezeichnet.

Siehe auch "Bewältigung der sogenannten Euro-Krise"
Europäische Union

Ein von Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland durch die Römischen Verträge von 1957 gegründeter, in Verträgen von Maastricht und Lissabon neu verfasster Staatenbund, dem bis 2014 folgende Staaten beigetreten sind: Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.

Aufnahme Zyperns in die Europäische Union mit Wirkung vom 1.5.2004.

F

Failed State
Ein in der Absicht einer Staatsgründung geschaffenes Gebilde, das die Merkmale des Staatsbegriffs auf absehbare Zeit nicht zu erfüllen verspricht

Republik Zypern von 1960 als "Failed State" (im Gegensatz zu den ab 1963 entstandenen und dauerhaft etablierten griechischen und türkischen Staaten von Zypern)
Freiheit
Freiheit als Grundlage und Ziel von Demokratie
Freiheitsschutz
Freiheitsschutz in der Demokratie
Frieden

Frieden ist Abwesenheit zwischenmenchlicher Gewalt in Verbindung mit der Wahrscheinlichkeit dauerhafter Erfüllung eines Mindestbestandes zwischenmenschlicher Ansprüche.

Frieden ist daher eine Funktion der zwischenmenschlichen Ansprüche und der Bereitschaft zu ihrer Erfüllung.

Siehe pro-re-publica, Einführung

Frieden als Staatszweck
Frustration
politische Frustration in der Demokratie
Führung
Führung als Element von Demokratie

G

Geldentwertung
siehe: Inflation
Gemeinwohl
Gemeinwohl als Staatsaufgabe
Gewaltenteilung
Gewaltenteilung als Begrenzung der Demokratie
Gleichheit
Gleichheit als Prinzip demokratischer Willensbildung
Globale Klasse
Globale Klasse ist ein undeutlicher, von Dahrendorf eingeführter Begriff mit Bezug auf globale Informationsmacht.
Globalisierung Globalisieren, Globalisierung, Globalisation. Nächstliegender Bezug des nicht näher erläuterten Ausdrucks ist die aktuelle dramatische weltweite Ausdehnung von Kommunikation im weiteren Sinne (einschließlich Verkehr). Undeutlicher spezifischer Bezug führt leicht zu unzutreffenden Bewertungen.
Griechische Republik von Südzypern

Zur irreführenden Bezeichnung des griechischen Staates von Südzypern vgl. "Zypern"

H

Heimat
Als Ort des Hineinwachsens in das Leben oder eines langen, intensiven Wohnens und Erlebens ist Heimat gekennzeiochnet und unterschieden durch alles, was Leben ausmacht. Sie ist der Inbegriff der Bindungen des freien Menschen.
Herrschaft Eine Form staatlicher Herrschaft: direkte und indirekte demokratische Herrschaft
"Hitlerjugend" Militärähnlich-hierarchische, uniformierte Organisation der Jugendlichen ab 10 Jahren (bis zum 14. Lebensjahr sogenanntes "Jungvolk") mit gesetzlicher Zwangsmitgliedschaft und Beitragspfliht in der deutschen nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945. Siehe dazu den Beitrag "Hitlerjugend" in dieser homepage.
Homogenität
Homogenität als Voraussetzung für Demokratie

I

Ilias

Wohl nicht später als 600 v.Chr. entstandene, (auch) von Homer bearbeitete griechische Legende (Epos) vom Trojanischen Krieg
Inflation
Verlust des aus den Preisen eines gleichbleibenden Warenkorbes abgeleiteten Werts des Geldes im Verhältnis zu seinem Nennwert (Nominalwert) im Zeitablauf bei steigenden Preisen (von lat. inflatus = aufgeblasen). Der Wertzuwachs des Geldes bei fallenden Preisen heißt Deflation.

Bei einer Inflation von 2 % pro anno (jährlich) beträgt der Wertverlust binnen 10 Jahren 13,19 Prozent

K

Kapital Der Inbegriff der Sach- und Geldmittel, die der Produktion, Verteilung oder Vorhaltung von Gütern oder Leistungen dienen. (Siehe die Einführung in den Begriff und die Funktionsbedingungen von Kapital sowie die Warnung vor einem Missbrauch des Begriffs vom Kapitalismus - zugleich ein kurzer Beitrag zur Erläuterung des Begriffs "Kapitalismus".)
Körperschaft Körperschaft im demokratischen Staatswesen
Krieg Unter Krieg wird im weitesten Sinne eine heftige, meist gewalttätige, feindselige Auseinandersetzung, im engeren Sinne, der auch das traditionelle Völkerrecht bestimmt, ein gewaltsamer Kampf unter Anwendung umfangreicher und nachhaltiger Waffengewalt zwischen Staaten verstanden. In der Umgangssprache und im modernen politischen Sprachgebrauch verfließt der Unterschied. So ist vom Krieg gegen terroristische Mächte die Rede, auch wenn diese nicht als Staaten anerkannt werden.

Für politische Zwecke empfiehlt sich, zu unterscheiden. Der Krieg zwischen Staaten bezieht seine Bedeutung daraus, dass Weltfrieden angesichts der tatsächlich immer und überall drohenden aggresiven zwischenmenschlichen Gewaltanwendung auf ein lückenloses Geflecht von Staaten im Sinne von Trägern territorialer Gewaltmonopole angewiesen ist. Setzen Staaten dieses Monopol für eine interne Friedensordnung immer und überall in ihrem Gebiet durch und enthalten sich der Aggression gegen andere Staaten, so herrscht Frieden. Dadurch wird die prinzipiell defensive Staatsgewalt legitimiert. Auch wo Staaten einander mit Gewalt bekämpfen, bietet ihr territoriales Gewaltmonopol eine Voraussetzung für die glaubhafte und wirksame Vereinbarung eines Friedensschlusses. Dass Friedensschlüsse nach Kriegen zwischen Staaten in der Regel realisiert werden, entspricht historischer Erfahrung.

Demgegenüber ist der Kampf zwischen nichtstaatlichen Gewaltträgern untereinander oder gegen Staaten (bei Ausrichtung auf Ersetzung einer Staatsgewalt durch eine andere als "Revolution", im übrigen oft nur bedingt treffend als „Terrorismus“ bezeichnet) gerade gegen das staatliche Gewaltmonopol und damit gegen die einzige realistische Vorkehrung zur Gewährleitung von Weltfrieden gerichtet. Dem Kampf nichtstaatlicher Gewaltträger fehlt die staatliche Legitimität mindestens solange, bis sie einen Staat im Sinne der erwähnten Definition gebildet haben.
Krise Der Ausdruck "Krise" stammt aus der griechischen Sprache, in der "krisis" wörtlich "Scheidung" oder "Entscheidung" bedeutet. Seit dem 16. Jahrhundert wird er im deutschen Sprachraum zur Bezeichnung einer schwierigen Lage, oder wie in der Heilkunde als deren Höhe- oder Wendepunkt verwendet.

L

Lernen

Urformen des Lernens sind
- Versuch und Korrektur irrtümlicher Versuche ("learning by doing"), bereichsweise veranlasst durch einen Initial-Instinkt,
- Nachahmen,
- Schlußfolgern,
- Üben.

Alle Formen setzen mit dem Schwierigkeitsgrad steigende systematischen Anstrengungen zur Überwindung einer natürlichen Trägheit voraus (Disziplin). Der Lernende kann Lerndisziplin aus sich heraus generieren, etwa auf Grund
- Wissensdurst, Neugierde,
- Trieb, etwa Wettbewerbstrieb,
- Gewohnheit,
- Willen zur Konformität oder Gefolgschaft,
- Aussicht auf Vorteil oder Lustgewinn,
- sonstige Vernunftüberlegung, etwa Vermeidung von Nachteilen
oder er kann dazu von außen motiviert werden etwa durch - Vorbild,
- Überzeugung,
- Inaussichtstellung von Vorteilen,
- Zwang (Strafandrohung oder Strafe).

Lernerfolg hängt von der Systematik der Lernbemühungen sowie von physischen, psychologischen und sozialen Bedingungen ab.
Liberal, (Neo-)Liberalismus
2017 03 07
Liberal ist

erstens: eine Ordnung des Zusammenlebens, in der die Freiheit des Einzelnen Vorrang vor seinen Verpflichtungen (beispielsweise vor Verpflichtungen im Interesse der Gemeinschaft oder anderer Einzelner) hat;

dabei kann die Freiheit hohen oder höchsten Vorrang haben, oder ihr Vorrang kann nur ausnahmsweise im Interesse des Wohls anderer oder der Gemeinschaft beschränkt sein ;

zweitens: die Art oder Eigenschaft eines Faktors oder einer Bedingung von Freiheit des Einzelnen.

Liberal ist beisielsweise eine auf Verbindlichkeit freien Angebots von und freier Nachfrage nach Gütern und Leistungen beruhende Wirtschaftsordnung, sei sie "sozial" begrenzt oder nicht.

Unter Liberalismus wird sowohl die Subjektivierung von "liberal" (im Sinne von "das Liberale" oder einer freiheitlichen Gemeinschaftsordnung) als auch eine höchste Steigerung des Freiheitsvorranges verstanden. Das Fehlen besonderer Ausdrücke für diese Bedeutungen und der Sprachgebrauch, die Silbe "-ismus" mit einer Übersteigerung zu assozhiieren, begründet die Gefahr von Missverständnissen um den Ausdruck "Liberalismus" und ihren Folgen und erschwert die Diskussion über Liberalität.

Der Ausdruck "Neoliberalismus" kann im Sinne einer Anknüpfung an die Bedeutung von Liberalismus in einer Epoche, in der weitgehende Unbeschränktheit persönlicher Freiheit besondere Wertschätzung genoss,. als auch als Rückkehr zu einer Wertschätzung prinzipieller Freiheit nach einer historichen Epoche der Überbetonung "sozialer" Freiheitsbeschränkungen verstanden werden.

M

Mehrheitsprinzip
Mehrheitsprinzip als Grundlage von Demokratie
Menschenwürde Individuelle Freiheit von Gewalt, soweit sie nicht angemessen und notwendig ist, um individuelle oder kollektive Gesundheit und Freiheit von Gewalt zu erhalten, in einer Lage, in der Gesundheit und Achtung, soweit sie nicht durch den Einzelnen selbst erhalten werden kann, in einem sittlich angemessenen und notwendigen Umfang durch Andere hergestellt ist.
Minderheit

Bei einer Abstimmung - vornehmlich im Zusammenhang demokratischer (Staats-)Willensbildung - unterlegene Gruppe, oder

eine Gruppe von Staatsangehörigen, deren Gemeinschaftsleben durch Merkmale geprägt ist, die von den Merkmalen der für die Staatsbildung im allgemeinen mindestens erforderlichen Homogenität des Gemeinschaftslebens der Bevölkerung abweichen.
Migration
Dauerhafte Umsiedlung, insbesondere: über Staatsgrenzen hinweg

N

Nation, National, Nationalismus

Nation ist das eine politische Einheit bildende Gemeinwesen. Es kann mehrere Völker oder Teile von Völkern umfassen.

Gemeinwesen werden zur politischen Einheit durch die dauerhafte Bereitschaft eines maßgebenden Teils seiner Glieder, ihre Existenz für die Schaffung und Aufrechterhaltung einer in Grundlagen bestimmten, das Gemeinwesen prägenden Art und Weise, Sinngebung und Zweckbestimmung des Zusammenlebens einzusetzen. Der Bezug auf das Zusammenleben in Verbindung mit den vorgegebenen Unterschieden der Grundlagen, auf die sich die Bereitschaft verschiedener Völker zum existentiellen Einsatz bezieht, gibt der Nation eine räumliche Dimension.

National ist ein auf ein solches Zusammenleben eines einheitlichen Gemeinwesens gerichtetes Verhalten oder die Bereitschaft zu einem solchen Verhalten.

Nationalismus ist eine gesteigerte Form nationalen Verhaltens oder der Bereitschaft dazu oder der Wertschätzung des Verhaltens oder der Bereitschaft, wobei sich das Maß der Steigerung nach der Breite, Dichte und Tiefe der als maßgeblich angesehenen Themen, Sinngebungen, Zweckbestimmungen oder Art und Weise des Zusammenlebens bestimmt.

Typische Organisationsform der Nation ist der Staat.

O

Organ
Staatsorgan in der Demokratie
Osmanenreich

P

Parlament
Partei Partei in der Parlamentarischen Demokratie
Parteiverbot
PEGIDA "Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes"; Siehe Migration.
Polen-Deutschland Deutsch-Polnische Geschichte

Deutsch-Polnische Nachbarschaft
Politik
2017 03 24
1. Politik im weitesten Sinne ist der Inbegriff der Maßnahmen zur Erreichung eines Ziels, bestehend aus

- Entwurf eines Ziels,
- Ermittlung der gegebenen Tatsachen und Verhältnisse, die für die Zielverfolgung Bedeutung haben,
- Anpassung des Zielentwurfs an die sich aus diesen Tatsachen und Verhältnissen ergebenden Bedingungen der Zielverfolgung (Stichwort: die Kunst des Möglichen),
- Entwurf der für die Erreichung des Ziels geeigneten Maßnahmen, Regeln und Anordnungen und
- Verwirklichung und Anpassung dieses Entwurfs.

Politik krankt nicht selten an der Nichteinhaltung dieser Reihenfolge.

2. In einem engeren Sinn ist Politik der Inbegriff der auf die Erreichung der Ziele von Gebietskörperschaften (Staaten, Gemeinden) gerichteten Maßnahmen.

In einem demokratischen Gemeinwesen ist das Ziel das Wohl des Gemeinwesens und seiner Angehörigen unter Einhaltung der Bedingungen für Weltfrieden.

In allen Phasen von Staatspolitik hat die Unterscheidung von Freund und Feind (Carl Schmitt) als Merkmal von Politik häufig, wenn nicht immer maßgebliche Bedeutung. Sie kann allerdings nicht als ihre ausreichende Definition gelten, weil Politik regelmäßig durch Kriterien gekennzeichnet ist, die über den Gegensatz hinausgehen, und weil ihre Verwirklichung sich häufig außerhalb des Gegensatzes vollzieht.
Politische Klasse
Politische Klasse in der Demokratie
Populismus Populismus bedeutet Volkstümlichkeit. (Siehe dazu die Glosse "Populismus".)

Mit Bezug auf die Beschreibung oder Bewertung politischer Projekte oder Akteure ist Volkstümlichkeit Funktionsbedingung für Demokratie. Die andere Funktionsbedingung der Wahrheit, Klarheit und Rationalität tritt hinzu. Volkstümlichkeit wird (nur) durch die Verfehlung dieser zweiten Bedingung diskreditiert.

Wer politische Projekte oder Akteure ohne überzeugende Begründung oder Darlegung von Alternativen als Populisten zu diskreditieren sucht, erweist sich dadurch selbst als das, wogegen er sich zu wenden vorgibt. Zum "Thema" wird Populismus erst durch verbreite Verfehlung der zweiten Funktionsbedingung für Demokratie im politischen Alltag.
Produktion und Verteilung von Gütern und Leistungen Wirtschaft im weitesten Sinn des Ausdrucks (siehe dazu den homepage-Beitrag Produktion und Verteilung von Gütern und Leistungen).

Produktion und Verteilung als Gegenstand demokratischer Willensbildung.
Publizität Öffentlichkeit, Veröffentlichung.

Publizität ist ein Element demokratischer Willensbildung.

R

reaktionär Die Eigenart (der Inhalt) einer Gesinnung oder eines Verhalten einer Person oder Gemeinschaft. Beschränkt auf eine Verbindung mit dem Wortsinn "gegen eine Aktion gerichtet" ist der Ausdruck wenig gehaltvoll oder nützlich, entspricht auch nicht dem Sprachgebrauch. Vorschlag:

Festhalten an einem Urteil, einer Idee oder Ideologie, einem Verhalten, einer persönlichen Haltung, ohne die Bereitschaft, sie zu ueberdenken oder gar in Frage zu stellen, mithin ohne Bereitschaft zu oder in prinzipieller Ablehnung von Änderungen.

Der Ausdruck erinnert daran, dass die Überzeugungskraft eines Urteils, einer Idee oder Ideologie, eines Verhaltens oder einer persönlichen Haltung von ihrer Begründung und der Widerlegung von Gegengründen oder Vorschlägen zu Änderungen, Ergänzungen oder Differenzierungen abhängt. Der Ausdruck wird aber gelegentlich missbraucht, um Widerspruch gegen eine Veränderung zu diskreditieren, ohne die für den Widerspruch geltend gemachten Gründe zu widerlegen oder zu diskutieren.
Recht Recht ist der Inbegriff der Normen und Entscheidungen, Freiheiten und Ansprüchen, deren Befolgung, Achtung und Erfüllung staatlich garantiert ist (siehe im einzelnen den Artikel "Recht" auf der Seite pro-re-publica.de).
Repräsentation Vergegenwärtigung einer Person oder Institution durch eine andere.

Als Element demokratischer Staatsverfassungen Ausübung des demokratischen Willensbildungsmandats
Revolution Innerstaatliche Maßnahmen zum Zweck einer grundlegenden Veränderung des staatlichen Rechts oder der Staatsorgane oder ihrer Besetzung unter Verletzung von Verfassungsrecht (siehe Stichwort "Staat"). Solche Maßnahmen sind oft aber nicht notwendig mit einem Wechsel der Inhaberschaft der Staatsgewalt oder der Ersetzung dieser Gewalt durch eine andere und mit Gewaltanwendung gegen den bisherigen Inhaber oder die bisherige Gewalt verbunden. Ist die Revolution erfolgreich im Sinne dauerhafter Etablierung der Veränderungen im Rahmen einer staatlichen Ordnung, so wird das bisherige Recht dem Erfolg entsprechend verändert oder ersetzt.

Es gibt Versuche, derartigen Veränderungen, vor allem der Staatsgebiete und grundlegender Verfassungsnormen sowie der Besetzung der Staatsämter mit Hilfe des Völkerrechts Grenzen zu setzen.

S

Schenken Siehe den Essay "Schenken" in dieser homepage.
Selbstregierung Form der Regierung des Volkes durch das Volk in einer Demokratie.
Sezession Loslösung einer Gruppe von einer anderen, meist Loslösung eines Teils einer Bevölkerungsgruppe aus einem Staat, dann meist zusammen mit der Herauslösung eines Teils eines Staatsgebietes aus der Rechtsordnung eines Staates wiederum in der Regel unter Eingliederung in die Rechtsordnung eines anderen Staates.

Die Sezession der griechischen und türkischen Gemeinwesen von einer womöglich im Jahre 1960 gegründeten "Republik Zypern" war (entgegen der herrschenden Völkerrechtslehre) eng mit Staatsgründungen einer griechischen Republik von Südzypern und einer türkischen Republik von Nordzypern verbunden.
Sicherheit Sicherheit als Staatszweck
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen

Entscheidungsorgan der 1945 gegründeten Organisation der Vereinten Nationen.

Die Behandlung des Zypernkonflikts im Sicherheitsrat der Organisation der Vereinten Nationen
Souveränität Der Erkenntnis der Bedingungen für Weltfrieden dient am besten ein Begriff von Souveränität als eine dauerhaft etablierte Odnungsgewalt mit Ursprung in einem bestimmten Gebiet, die allen anderen Gewalten mit Ursprung in demselben Gebiet überlegen und auf die Gestaltung des Zusammenlebens der Bevölkerung des Gebiets nach innen und außen gerichtet ist. Sie ist identisch mit der zum Staatsbegriff gehörenden Staatsgewalt.

Bedeutungsänderung der Souveränität (Zypern)

Dauerhaftigkeit

Überlegene Gesetzgebungs- und Exekutivmacht
Sozial, Sozialismus
2017 03 07
Sozial bedeutet

erstens: die Art und Eigenschaft eines der Gemeinschaft förderlichen Zusammenlebens;

dabei können die Gemeinschaftsinteressen prinzipiell Vorrang genießen oder ihre Förderung kann begrenzt sein durch einen prinzipellen Vorrang der Freiheit des Einzelnen, die nur beschränkt werden darf, soweit das in einem absolut übergeordneten Interesse, etwa der Schaffung von Frieden oder von Grundfreiheiten Einzelner, erforderlich ist;

zweitens: die Art und Eigenschaft eines Faktors oder einer Bedingung eines der Gemeinschaft förderlichen Zusammenlebens;

sozial ist zum Beispiel (bezogen auf die Güterproduktion und -Verteilung) eine grundsätzlich auf der Verbindlichkeit freien Angebots von und freier Nachfrage nach Gütern oder Leistungen beruhende, durch systemnotwendige Regulierungen im Gemeinschafts- oder Einzelinteresse begrenzte und ergänzte, sozialistisch eine vorrangig auf Gemeinschftsinteressen ausgerichtete Wirtschaftsordnung.

Unter "Sozialismus" wird sowohl die Subjektivierung von "sozial" (im Sinne von "das Soziale" oder einer Gemeinschaftsordnung) als auch höchste Steigerung des Vorrangs von Gemeinschaftsinteressen vesanden. Angesichts des Fehlens besonderer Ausdrücke für die beiden Bedeutungen begründet der Sprachgebrauch, die Nachsible "-ismus" mit dem Gedanken einer Übersteigerung zu verbinden, die Gefahr von Missverständnissen des Ausdrucks "Sozialismus" und ihren Folgen und erschwert die Diskussion über Versionen von Soziabilität.
Sprache Sprache als Medium der Demokratie
Staat Der Erkenntnis der Bedingungen für Weltfrieden dient am besten ein Begriff vom Staat, der ihn als Organisation einer dauerhaft etablierten Souveränität im Sinne einer Odnungsgewalt mit Ursprung in einem bestimmten Gebiet definiert, die allen anderen Gewalten mit Ursprung in demselben Gebiet überlegen und auf die Gestaltung des Zusammenlebens der Bevölkerung des Gebiets nach innen und außen gerichtet ist.

In einem weiteren existenziellen Sinn umfasst der Staatsbegriff einen begrenzten Teil der Erdoberfläche mit seiner Bevölkerung, deren Lebensform und Organisation als Gesellschaft einschließlich ihrer Einrichtungen, Anlagen und Güter in ihrem jeweiligen Gesamtzustand.

Anerkennung kein Begriffsmerkmal

Gewaltsamkeit der Staatsgründung

"Failed State"
Staatsform Als Staatsformen werden grob unterschieden Monarchie, Aristokratie und Demokratie.
Staatsnotstand Lage, in der ein Verhalten von rechtlichen einschließlich der verfassungsrechtlichen Bindungen befreit ist, soweit ihre Anwendung die Erhaltung des Staates verhindern oder ernstlich gefährden würde.

Als Staat im Sinne dieser Beschreibung muss im Friedensandresse die Organisation einer Ordnungsgewalt mit Ursprung in einem bestimmten Gebiet gelten, die allen anderen Gewalten mit Ursprung in demselben Gebiet überlegen ist. Unter Ordnungsgewalt ist dabei eine dauerhaft etablierte Gewalt zu verstehen, die auf die Gestaltung des Zusammenlebens der Bevölkerung des bestimmten Gebiets nach innen und außen gerichtet ist.

(Siehe dazu den Aufsatz " Ausnahmefall, Staatsnotstand und Rechtsstaat" des Verfassers, BayVBl. 2009 S. 385.)
Staatsverfassung Demokratische Verfassung
Staatsvolk Siehe: Volk
Staatswillensbildung Demokratische Staatswillensbildung
Straßenmaut Straßenfinanzierung mit Hilfer öffentlicher Abgaben, Deutschland 2014


T

Terrorismus Siehe "Krieg"
Transfer Transfer ist eine Leistung ohne gleichwertige Gegenleistung, wobei als Gleichwert der durch Ausgleich von Angebot und Nachfrage oder auf analoge Weise durch einen hyüpothetischen Ausgleich von Angebot und Nachfrage gebildete Gegenwert gilt.
Transparenz Transparenz des Staatshandelns als Voraussetzung für Demokratie
Türkische Republik von Nordzypern Name eines von den Vereinten Nationen nicht anerkannten türkisch-zyprischen Staates.

V

Verantwortung Verantwortung als Voraussetzung für Demokratie
Vereinte Nationen

Siehe auch: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
Verfahren Verfahren demokratischer Staatswillensbildung
Verfassung Siehe: Staatsverfassung
Volk Ein durch gemeinschaftliche Sprache, Lebensweise, Interessen, Geschichte, Kultur (Ethnie) und/oder Religion, besonders auch der Vorfahren, oft auch durch eine gemeinsame Heimat verbundene Gruppe von Familien und Personen. Das relative Gewicht der einzelnen Volkstumsfaktoren kann unterschiedlich sein, entscheidend ist die Intensität des Bewußtseins oder Empfindens der Zusammengehörigkeit in Unterscheidung von Anderen, das besonders stark durch das Erlebnis als Opfer desselben gruppenbezogenen Leides oder als Handelnde eines gemeinsamen Bestrebens, insbesondere eines gemeinsamen Kampfes geprägt wird.

Ein Volk ist eine besonders geeignete aber nicht notwendige Grundlage einer Staatsbildung. (Siehe Staat und Staatsvolk.)
Volksgemeinschaft In einem weiteren Sinn einer Gemeinschaft der Bevölkerung eines Staates, die an ethnische Mermale anknüpfen kann aber nicht an sie gebunden ist, ist ein Minimum an Gemeinschaftlichkeit Bedingung einer stabilen Gesellschaft und damit eines stabilen Staates und seiner Friedensordnung. Zum Minimum der Gemeinschaftlichkeitskriterien gehört eine gewisse Homogenität des Gemeinschaftslebens wie sie sich etwa in einer gemeinschaftlichen Sprache ausdrückt, und ein verbreitetes Bewußstsein gemeinsamer Staatsbürgerschaft im Sinne einer staatstragenden Zugehörigkeit und einer Verpflichtung auf das Wohl des gemeinschaftlichen Ganzen und seiner Glieder, auch einer Obliegenheit zur gemeinschaftlichen Verteidigung gegen Angriffe von außen und innen.

Der Gedanke der Volksgemeinschaft wurde von einer Hybris der Führung der deutschen nationalsozialistischen Bewegung der 20er bis 40er Jahre des 20. Jahrhunderts übersteigert zu demjenigen einer sich zur Welteroberung berufen fühlenden "herrenrassischen" Gemeinschaft, die sich als anderen Gemeinschaften an Wert überlegen ansah, deren Glieder sich scharf gegegnüber "Artfremden" abgrenzten und die die Ansprüche der Volksgemeinschaft aggressiv, vor allem in einem Angriffs- und Eroberungskrieg und darüber hinaus in verbrecherischer Verfolgung und Massentötung von Angehörigen unterschiedlicher Rassen und Völker geltend machte. Der Nationalsozialismus verband den Gedanken der Volksgemeinschaft mit dem verführerischen Slogan "Einer für Alle, Alle für Einen", um daraus letztlich totale Unterwerfung des Einzelnen unter das vom Diktator definierte angebliche Wohl der Allgemeiheit herzuleiten. Dieser Perversion des Gedankens der Volksgemeinschaft darf nicht gestattet werden, den für die Bezeichnung einer Voraussetzung gedeihlichen gesellschaftlichen und staatlichen Zusammenlebens geeigneten und bewährten Begriff zu usurpieren und mit einem Tabu zu belegen, das ihn unbrauchbar macht. Denn damit würde auch der guten Sache geschadet, die der Gefahr ausgesetzt würde, mit dem Begriff selbst in Verruf zu geraten.

Vielmehr ist dem Begriff im eingangs umrissenen Sinn sein Ort in der Diskussion von Gesellschadft und Staat zu erhalten. Allerdings ist er von jeder Assoziation mit Diskriminierung oder Aggressivität, von jeder Überbewertung oder Verabsolutierung von Gemeinschafts- und Mißachtung von Einzelinteressen und insbesondere von jeder Überbewertung der eignen Nation im vergleich mit anderen freizuhalten.
Vollzug Vollzug des Staatswillens. (Siehe Staat.)

W

Weisheit Weisheit ist erstens der Inbegriff des Wissens, ergänzt um das Ergebnis hochgradig wahrscheinlicher Schlussfolgerungen, dessen Richtigkeit nicht nachgewiesen werden kann.

Weisheit ist zweitens die Fähigkeit, den Grad der Wahrscheinlichkeit eines solchen Ergebnisses zu erkennen. Sie speist sich aus (eigener oder fremder) Erfahrung und aus logischem Denken sowie aus der Fähigkeit, auf eine Vernunft transzendierende Weise zu Erkenntnis zu gelangen.
Wert Als Wert eines Gegenstandes (Sache, Lebewesen, Gedanke) kommt das Verhältnis der nach einem auf ihn anwendbaren Katalog messbarer Eigenschaften oder Verhältnisse ermittelten Übereinstimmungen und Widersprüchen dieses Gegenstandes mit den Kriterien dieses Katalogs in Betracht.

Selbst mit Bezug auf die einfachsten Sachen kann ein so bestimmter Wert aber nur für einzelne ihrer Merkmale ermittelt werden, für Wasser etwa durch Messung von Volumen und Temperatur. Das gilt erst recht für komplizierte Gegenstände. Nur die Eigenschaften etwa gedachter Grundform (geometrische Figur, mathematische Gleichung) oder eines Maßstabes selbst lassen eine vollkommene Bewertung zu (zum Beispiel: Die Winkelsumme eines Dreiecks beträgt 180°, der Wert von 3 cm eines Zentimetermaßstabes ist 3 [cm]). Im übrigen könnte auf diese Weise der Wert von Gegenständen praktischer Bedeutung vollständig nur durch separat-kumulative Beschreibung des Ergebnisses der Anwendung je eines geeigneten Maßstabes auf jedes seiner Merkmale ermittelt werden, was praktisch unmöglich und offensichtlich sinnlos ist. Eine sinnvolle Bewertung bedarf einer Beschränkung der Messung auf ein überschaubares Bündel von Merkmalen eines Gegenstandes an Hand eines überschaubarer Kriterien-Katalogs.

Alle Werte sind von Menschen zugewiesen oder wenigstens verlautbart. Ihr Inhalt ergibt sich zum Teil zwangsläufig aus der Natur, im übrigen mehr oder weniger zwingend aus irrtumsabhängiger menschlicher Überlegung. Erhebliche Unterschiede bestehen sich zwischen der rationellen, eher ein Sein beschreibenden und einer normativen Bewertung an Hand eines Sollens-Maßstabes.

1. Rationelle, seinsmäßige, eher beschreibende Bewertung betrifft etwa die Beschaffenheit, den Zustand, den Ort, die Ausdehnung, die Menge, das Gewicht, die Temperatur, das Verhalten, etwa die Geschwindigkeit und Richtung eines Gegenstandes in Raum und Zeit, auch etwa Faktoren der Gesundheit von Lebewesen. Das ist die Methode der Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, Medizin) und ihrer praktischen Anwendung, der Technik. Dem Ausdruck ihrer Werte dienen oft skalierte Zahlen oder Zeichen, ihre Verhältnisse können bereichsweise sinnvoll mathematisch "bewertet" werden. Ähnlich verhält es sich mit den nicht normativen Aspekten der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (Mathematik, Erkenntnistheorie, Bedeutungslehre, Sprachwissenschaft, Soziologie, Staatslehre) wenn sie etwa das Verhalten oder Denken mit einem Katalog von Kriterien vergleichen. Die Bewertung konzentriert sich sinnvollerweise auf bestimmte Gruppen von Merkmalen.

a) Hauptsächlich Erkenntnis- und Kommunikationswert haben seinsmäßige Unterscheidungen wie etwa nach der Stärke von Erdbeben, nach dem Ozongehalt der Luft, der von einer Quelle ausgehenden Lichtstärke oder Schallmenge, aber auch etwa der Lernfähigkeit oder des Wissensstandes eines Menschen an Hand einer Wertskala.

b) Bewertungen erfolgen auch unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit für einen bestimmten Zweck wie diejenige des Heizwerts von Kohle, der Tragfähigkeit einer Brücke

c) Wirtschaftliche Bewertung betreffen die Art, Menge und Qualität von Gütern oder Leistungen, die mittels einer bestimmten Arbeit geschaffen, gegen eine bestimmte Art, Menge und Qualität anderer Güter oder Leistungen getauscht oder auf andere Weise erworben werden können.

2. Als Wert in einem normativen Sinn wird das Maß bezeichnet, in dem die Beschaffenheit, der Zustand oder das Verhalten eines Gegenstand (Sache, Lebewesen, Gedanke) oder eines seiner Merkmale den Sollens-Anforderungen einer rationalen oder irrationalen Ethik, Soziallehre, Religion, Ideologie oder oder politischer Konzepte entspricht oder widerspricht und dementsprechend als gut oder schlecht (böse), korrekt oder inkorrekt befürwortet oder verworfen wird. Diese Bewertung ist weniger messender als wägender Art. Auch ästhetische Maßstäbe und Werte sind dem normativen Bereich zuzordnen.

Da Werte und Maßgaben von Menschen mehr oder weniger einhellig nach Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit, aber auch kontrovers aus allen möglichen guten oder schlechten (bösen) Motiven bestimmt, zugewiesen oder verlautbart werden können, entstehen über ihre Gültigkeit eher im normativen als im beschreibenden Bereich und hier besonders dann, wenn gegensätzliche lebenswichtige Interessen aufeinander treffen erhebliche Konflikte. Besonders heftige Gegensätze entzünden sich an der Verlautbarung transzendenter Werte und Maßgaben, weil sie vernunftmäßig überzeugender Begründung der Ausgleichung nicht oder besonders schwer zugänglich sind. Einzelne, Gruppen, Völker und Menschenmassen sind bereit, ihre entgegengesetzten Bewertungen gewaltsam zur Geltung zu bringen. Sie Auseinandersetzungen haben in der Geschichte immer wieder kriegerische Ausmaße erreicht; das eindrucksvollste Beispiel liefert der hauptsächoich auf deutschem Boden ausgetragene 30-jährige Krieg (1618-1648).

Die Berufung auf Werte in einem normativen Sinn ist daher gefährlich. Solche Werte können explodieren wie Handgranaten oder Tretminen, und sie können implodieren wie Autoreifen oder schwarze Löcher. Sie können berauschen wie Marihuana oder Alkohol. Wenn Werte explodieren, folgt Zerstörung und Blutvergiessen, wenn sie implodieren, bricht ihr Gegenstand zusammen. Wenn Werte berauschen, machen sie zwar froh und selbstbewusst wie die deutsche Olympiade von 1936, aber auch manchmal blind und taub und schlimmstenfalls krank. Präzise beschriebene Werte haben einen eigenen Namen, nachvollziehbare Gründe - und Grenzen. Um Ex- und Implosionen und Berauschung zu vermeiden, müssen Werte benannt und begründet werden. Je gründlicher man das tut, umso eher merkt man: Ideale oder Bewertungen müssen ständig neu kritisch durchdacht, genauer gefasst, geändert, abgelehnt, ersetzt oder sogar aufgegeben oder bekämpft werden.

Aktuelle Beispiele bieten die konfliktreichen Entfaltungen und Kriege religiöser Konfessionen und säkularer Ideologien einschließlich derjenigen der Freiheit der Religionsausübung im Nahen Osten und einzelne Ereignisse heftiger Kritik an Religionen, Staatsoberhäuptern oder auch ganzen Gruppen oder Bevölkerungen als politische Einheiten. Dieselben Bekenntnisse, Normen und Praktiken gelten den einen als Wert, anderen als Todsünde oder Verbrechen. Manche schämen sich kritischer Exzesse. Unabhängig von der Bewertung der Kämpfe und Kriege hat oft genug tatsächlich bereits die Berufung auf Werte zu Unfrieden und internationalem Flächenbränden oder ihrer Ausbreitung geführt.

Willensbildung Siehe: Staatswillensbildung
Wirtschaft 1. Gastronomischer Betrieb zur Verabreichung und zum Verzehr von Getränken und anderen Nahrungsmitteln, auch in Verbindung mit der Erbauung oder dem Vergnügen gewidmeten Veranstaltungen der Gäste oder für die Gäste.

2. Herstellung, Transport und Vorhaltung von Gütern und Leistungen. Vgl. dazu die sub-page Produktion und Verteilung zur vorliegenden homepage.
Würde 1. Ein konkretes individuelles, typisch kommunikatives Verhalten oder eine konkrete individuelle, typisch kommunikative Haltung oder Erscheinung (auch durch Sprache oder Körpersprache oder Kleidung), die einen Wert insbesondere desjenigen repräsentiert, der sich äußert. Zu unterscheiden von "Menschenwürde" (siehe besonders).

2. Durch eine wert- und meinungsbildende Instanz, meist eine Institution wie Kirche oder Staat oder eine renommierte, beispielsweise wissenschaftliche Einrichtung einer Person oder Personenmehrheit (zB eine Stiftung) verliehener bewerteter bedeutender ehrenvoller Status, Titel oder Rang.
Wutbürger Ein Ausdruck zur Diskreditierung derjenigen, die, vorzugsweise kollektiv, ihre gesteigerte Unzufriedenheit (Wut) mit Bezug auf öffentliche Angelegenheiten (Bürgerwut) in heftiger Form äußern. Die heftige Ausdrucksform reicht von stimmlicher oder instrumentaler Erzeugung von Lärm über auffällige Gestik oder das Angebot von Schrift oder Bildern zur Betrachtung bis zu Androhung und Anwendung von Gewalt.

Soweit sich die Diskreditierung gegen die heftige Ausdrucksweise wendet, widerspricht die Bewertung der Natur des Menschen, zu der eine solche Ausdrucksweise gehört. Ihr stehen auch jedenfalls dann keine schutzwürdigen Interessen entgegen, wenn sie in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Ursache und zu ihrem Zweck steht.

Im übrigen dient die Diskreditierung keiner nützlichen Unterscheidung oder Erkenntnis und insbesondere keiner Problembewältigung sondern eher einer Auslösung oder Vertiefung von Konflikten, sofern sie nicht mit einer Benennung des Anlasses und der Maßgabe für seine Bewältigung verbunden wird.

(Siehe dazu auch die Glosse des Verfassers in " Cicero-Online" und die ebenda nachlesbaren Kommentare dazu sowie deren Auswertung. Fahne de)

Z

Zypern, Republik Zypern Aus dem missglückten Gründungsakt einer "Republik Zypern" von 1960 durch die ab 1963 gegründete Griechischen Republik von Südzypern übernommene Bezeichnung. Sie führt in die Irre, weil der griechisch-zyprische Staat nur einen (größeren) Teil der Insel erfasst, während der Nordteil zur Türkischen Republik von Nordzypern gehört. Der griechische Teilstaat konnte den seit Beginn der auf Beseitigung der britischen Souveränität über die Insel gerichteten Bemühungen geltend gemachten, einer legitimen oder legalen Grundlage entbehrenden Anspruch auf Beherrschung der gesamten Insel gegen die zwischen 1964 und 1983 errichtete Türkische Republik nicht durchsetzen. (Vgl. Zypernkonflikt.)
Zypernkonflikt Konflikt zwischen dem Griechischen, von UN und EU unterstützten Anspruch auf Herrschaft über die ganze Insel Zypern und dem Anspruch der Türkei und der türkischen Zyprer auf ein von ihnen beherrschtes Teilterritorium im Norden der Insel. Vgl. die subpage Zypernkonflikt zur vorliegenden homepage.



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