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2016 11 13 - wird laufend ergänzt


Islam und Islamismus in Deutschland Fahne de


Islam - gehört er zu Deutschland ? Millionen dauerhaft in Deutschland lebende Mohammedaner gehören zu Deutschland. In Deutschland herrscht Religionsfreiheit (oder etwa nicht ?). Also gehört der Islam zu Deutschland. Verstöße gegen verfassungsmäßige deutsche Gesetze werden durch Religionsfreiheit weder gerechtfertigt noch entschuldigt, gleichgültig ob sie sich gegen Christian oder Moslems oder Nicht-Gläubige richten. Allerdings: Religiös oder antireligiös determinierte Gewaltanwendung und Bedrohung wird zur Zeit (2016) in Deutschland nicht ausreichend wirksam verhindert, bekämpft und verfolgt.

Der Ausdruck "Islamismus" kann wegen der üblicherweise so gedeuteten Endsilbe "-ismus" als Steigerungsform von "Islam", als (zum Beispiel gewaltbereiter) Extremismus verstanden werden. Und tatsächlich erfasst der Ausdruck "Islamismus" auch eine immerhin sprachlich mögliche Auslegung des Koran, der heiligen Schrift der Mohammedaner, wonach Gläubige unter anderem zum „Dschihad“ im Sinne eines Kampfes zur Durchsetzung von Glaubensregeln auch insoweit verpflichtet sind, als der Kampf mit staatlichen Gesetzen unvereinbar und insbesondere mit Gewaltanwendung bis hin zur Tötung Andersgläubiger verbunden ist. Die deutsche Grammatik hält aber anders als beim entsprechenden Eigenschaftswort "islamisch" leider kein Substantiv bereit, der dieses Verständnis als Steigerungsform ausschließt. Infolgedessen wird in der Umgangssprache Zugehörigkeit zum Islam ohne Unterscheidung und daher missverständlich als Islamismus bezeichnet. Das Christentum hat es da besser. Es ist zwar gegen Extremismus auch nicht gefeit und es gibt auch Stellen in der Bibel, die entsprechend ausgelegt werden können. Christentum verweigert sich allerdings sprachlich einem "ismus".

Die herrschende Lehre beider Religionen sieht keine Rechtfertigung für Gewaltanwendung und versteht unter "Dschihad" wie unter "Kampf um den Glauben" Eintreten für den Glauben und gewaltlose Missionstätigkeit. Während jede Religion Vorrang göttlicher Normen vor menschlichen Gesetzen beansprucht, ist Ausübung des Islam und des Christentums in dieser Auslegung mit einer Religionsfreiheit respektierenden Staatsgewalt vereinbar. Auch nichteinmal jede Steigerungsform überschreitet die Grenzen der Religionsfreiheit.

Gerade auch im politischen Diskurs werden oft Bekenntnis und Ausübung des Islam als Islamismus bezeichnet, um sie unter den Generalverdacht von Gewalttätigkeit oder Extremismus zu stellen. Zur Vermeidung von Konflikten sollte stattdessen extremer, gewaltbereiter Islamismus wie jeder religiöse, gewaltbereite Extremismus zum Zweck der zum Schutz von Frieden und Religion dringend notwendigen Unterscheidung genauer, etwa als Gewalt- Religionismus bezeichnet werden.

Nicht selten entzündet sich Diskussion und Streit an der Frage der Zulässigkeit religiös motivierter (Teil-)Körperverhüllung zum Beispiel durch ein Kopftuch. Die Kritik dieser Übung ist mit Religionsfreiheit unvereinbar, soweit es sich dabei um eine Form des Bekenntnisses handelt, gerade auch soweit es mittelbar Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen oder staatlichen Politiken einschließt. Als Bekenntnis oder Aufforderung zu einer gewaltsamen Auflehnung gegen geltendes Recht wäre es dagegen trotz religiösen Urpsrungs unzulässig, doch verbietet Religionsfreiheit auch die Unterstellung einer solchen Deutung, solange sie von der überwältigenden Mehrheit der Muslims abgelehnt wird. Christen (etwa als Mitglieder der ausdrücklich so genannten Christlich- Demokratischen oder -Sozialen politischen Parteien) dürfen übrigens daran erinnert werden, dass die auch bei ihnen übliche demonstrative Körperverhüllung von Religionsdienern oder -Anhängern unter anderem einer Erleichterung der Erfüllung des christlichen Keuschheitsgebots (Matth. 5,28) dient.

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