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Anmerkungen zum Irak
von Dr. Christian Heinze
Eine sub-page zur Seite: pro-re-publica.de
2016 07 26 - 2017 03 17

Zur Intervention alliierter Streitkräfte unter Führung der USA gegen das Regime Saddam Hussein von 2003:

Für eine umfassende Würdigung der Intervention bedarf es einer gründlichen Bewertung aller Entfaltungen des Regimes Hussein. Dabei sollte jedenfalls auch nicht vergessen werden, dass in den 1980er Jahren das irakische Regime den Kurdenaufstand in der Operation Anfal durch Liquidierung von rund 1000 Dörfern unter Giftgaseinsatz in Halabja niedergeworfen hat, wobei rund 180.000 Menschen zu Tode gekommen sein sollen.

Aus gegenwärtiger Sicht dürfte die Unhaltbarkeit der auf angebliche Atomkriegsvorbereitungen gestützten Begründungen überwiegen, die die intervenierenden Staaten für ihre Kriegführung gegeben haben. Für pro-re-publica erscheint als wichtigste Kriegsfolge: An die Stelle des durch die Intervention von 2003 zerstörten Staates trat keine Ordnunsgewalt, die eine Chance hat, den Irak zu befrieden. Bald überzog ein opferreicher Bürgerkrieg große Teile des Landes. Unter anderem bekämpften sich Sunniten und Schiiten, auch irakische Kurden-Gruppierungen. Diese und die bekannten internationalen Auswirkungen bestätigen, was für Interventionen wie für Revolutionen gilt: sie sind jedenfalls dann unuzulässig, wenn sie nicht zu einer Verbesserung der Verfassungslage des Landes führen, das von dem bekämpften Regime beherrscht wurde.

Für das Verständnis der katastrophalen politischen Lage des "Nahen und Mittleren Ostens" zu Anfang des 21. Jahrhunderts und als Grundlage für Bemühungen zu ihrer Bewältigung ist das Werk von John McHugo "A Concise History of the Arabs", Saqi Books, 2014, unerlässlich.

Angela Schader hat in der FAZ vom 29.6.2016 auf das Werk von Bahtyar Ali, insbesondere seinen Roman "Der letzte Granatapfel", Zürich 2016, hingewiessen.


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